Planungs­dokumente: Bebauungsplan Nr. 17 der Gemeinde Kosel für den Bereich "Baugebiet 'Zum Strand' im Ortsteil Weseby"

Begründung

2 Ziel und Zweck der Planung

Mit der Aufstellung dieses Bebauungsplanes sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen für ein Baugebiet geschaffen werden, das vorwiegend dem Wohnen dient.

In der Gemeinde Kosel besteht weiterhin ein Bedarf an Wohnraum. Um kontinuierlich die vorhandene Nachfrage bedienen zu können, möchte die Gemeinde weitere Wohnbauflächen entwickeln. Kosel hat sich in den vergangenen Jahren als attraktiver Wohnstandort einen guten Namen gemacht. Die stetige Nachfrage nach Wohnflächen, die auch für die Einfamilienhaus-Bebauung vorgesehen sind, ist ein klarer Beleg hierfür.

Der im Zentrum des Ortsteils Weseby gelegene Bereich soll städtebaulich entwickelt und geordnet werden, um eine ortstypische aufgelockerte Bebauung zu ermöglichen, die sich in das Orts- und Landschaftsbild einfügt. Durch die Bereitstellung von 5 neuen Baugrundstücken soll ein Teil des Wohnbedarfes in der Gemeinde auch im Ortsteil Weseby abgedeckt werden.

Das Plangebiet ist als abgängiger landwirtschaftlicher Betrieb für die wohnbauliche Nachnutzung und Nachverdichtung in Weseby passend geeignet.

Die Gemeinde Kosel hat im Jahr 2011 eine Analyse der Innenentwicklungspotentiale erstellt. Der Gemeinde stand gem. Landesentwicklungsplan 2010 ein wohnbauliches Entwicklungspotential von 25 Wohneinheiten in den Jahren 2010 bis 2025 zur Verfügung. Aktualisiert man die Zahlen der Untersuchung aus dem Jahr 2011 mit den neuen Zahlen gem. des Entwurfs zur Fortschreibung des Landesentwicklungsplanes (2018), ergibt sich für die Gemeinde Kosel folgender wohnbaulicher Entwicklungsrahmen bis zum Jahr 2030:

Wohnungsbestand am 31.12.2017 832 WE

abzgl. Wohnungen in Ferien- und WE-Gebieten 222 WE

Bestand an Dauerwohnungen 610 WE

nach LEP 2018 von 2018 bis 2030 zulässig (10 %) 61 WE

in den Jahren 2018 und 2019 bereits errichtet 17 WE

im B-Plan 12 verfügbar 2 WE

abzgl. Entwicklungspotenzial im Innenbereich 7 WE

verbleibende Wohnungsentwicklung über Bauleitplanung bis 2030 35 WE

Eine konkrete, detaillierte Aktualisierung der Innenentwicklungsanalyse ist derzeit in Bearbeitung und wird im Laufe dieses Jahres fertiggestellt. Die Gemeinde geht jedoch aufgrund der o.g. Zahlen davon aus, dass sich die im B-Plan 17 projektierten 5 Wohneinheiten in den wohnbaulichen Entwicklungsrahmen einfügen.

Um eine städtebaulich sinnvolle Gestaltung innerhalb des Plangebietes unter Beachtung des vorgenannten Entwicklungsspielraumes im Plangebiet zu gewährleisten, hat sich die Gemeinde Kosel zur Aufstellung dieses Bebauungsplanes entschlossen.

Die Lage im Ortsteil Weseby bietet die Möglichkeit, neue Bauflächen in die bestehende Bebauung zu integrieren und so eine maßvolle Nachverdichtung und städtebaulich sinnvolle Nachnutzung des ehemaligen landwirtschaftlichen Betriebes zu schaffen.

Im Plangeltungsbereich ist der Bau von 5 typischen Einfamilienhäusern vorgesehen, um die vorhandene Nachfrage durch Einwohner und Bauwillige aus der Umgebung auch im Ortsteil Weseby zu decken.

Die Planung entspricht aus Sicht der Gemeinde den in Ziffer 2.5.2 LEP 2010 dargelegten Grundsätzen 'Innenentwicklung vor Außenentwicklung' und vermeidet die zusätzliche Inanspruchnahme von Freiflächen im Außenbereich. Insofern besteht ein öffentliches Interesse an der Umsetzung der vorliegenden Planung.

Die Planung entspricht aus Sicht der Gemeinde weiterhin den in Ziffer 3.6 des Entwurfs zur Fortschreibung des LEP (2018) dargelegten Grundsätzen, wonach für eine bedarfsgerechte Wohnungsversorgung vorrangig Maßnahmen der Innenentwicklung durchgeführt werden sollen.

3 Planinhalt und Festsetzungen

3.1 Art der baulichen Nutzung

Die Bauflächen werden entsprechend der zugedachten Nutzung gemäß § 4 BauNVO als Allgemeines Wohngebiet (WA) festgesetzt. Diese Festsetzung erfolgt vor dem Hintergrund der unter Kapitel 2 angestrebten Bebauung sowie der vorhandenen Umgebung.

Der Ausschluss von Betrieben des Beherbergungsgewerbes und sonstiger nicht störender Gewerbebetriebe erfolgt unter Berücksichtigung des angestrebten Gebietscharakters und soll die Dauer-Wohnnutzung in den Vordergrund rücken, indem Ferienwohnungen ausgeschlossen werden. Ziel ist es, die Zahl der Dauer-Wohnungen in Weseby, das geprägt ist durch Wochenend- und Ferienwohnen, zu erhöhen und so ein stärkeres dörfliches Gefüge zu schaffen und dauerhaft zu erhalten.