94. Änd. des Flächennutzungsplanes "Bahnhofstraße an der Hauptpost" und den Bebauungsplan "Hauptpost" (Nr. 303)

Flensburg

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Fehler

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Ergänzende Unterlagen

Hier sehen Sie die Stellungnahmen, die von Beteiligten zu diesem Verfahren eingereicht und zur Veröffentlichung freigegeben wurden, nachdem der Verfahrensträger dem zugestimmt hat.

Stellungnahme #1066

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erhebe ich gegen den oben genannten Bebauungsplan Einspruch. Dieser begründet sich neben diversen inhaltlichen wie formellen Schwächen insbesondere in der Unvereinbarkeit des dargelegten Vorhabens mit den Klimaschutz- und Nachhaltigkeitszielen der Stadt Flensburg. Das gesamte Vorhaben birgt in der beabsichtigten Form mittel- bis langfristige Nachteile für alle Einwohnenden Flensburgs und ist daher abzulehnen. Außer formeller Mängel werfen die zur Verfügung gestellten Dokumente weitere Fragen auf, die in sich nicht schlüssig beantworten werden und können somit in der vorliegenden Form nicht als Grundlage für eine Genehmigung des Bauvorhabens dienen, weshalb sie daher im Mindesten zur Revision zurück zu weisen sind.

Soweit nicht anders angegeben, beziehe ich mich im Folgenden auf die Begründung des Bebauungsplans „Hauptpost“ (Nr. 303) in der Fassung vom 29.07.2019 [1].



Grundsätzliches

Bedarf

Auf Seite 9 wird als „Begründung für die Planaufstellung“ angeführt: „Die Stadt Flensburg hat für den Bahnhofsbereich einen Bedarf [...] festgestellt". Indes schweigt sich das Dokument im Fortgang darüber aus, wie dieser Bedarf ermittelt wurde und wie groß er sich tatsächlich darstellt. Stattdessen werden Aussagen getätigt und Annahmen aufgestellt, wie z.B.„Alle verfügbaren Parkplätze sind werktags ausgelastet, es ist anzunehmen, dass dies vor allem durch Berufspendler, welche alleine das Auto nutzen und im Bahnhofsumfeld arbeiten, hervorgerufen wird". Dabei wird weder ein Beleg für die den Satz einleitende Aussage angeführt, noch etwaige Bemühung erkenntlich, die darauf folgende Annahme (sprich: Hypothese) durch qualitative Erhebungen zu untermauern. Sie bleibt somit eine reine Annahme und ist für die Begründung eines Vorhaben dieser Tragweite nicht geeignet. Ebenso werden für die folgende Aussage „Die im Verhältnis zu anderen Städten vergleichbarer Größenklasse geringen EinsteigerInnenzahlen [im / am Bahnhof] finden ihre Ursache maßgeblich in dieser Situation." keinerlei Belege angeführt und degradieren diese somit zu einer bloßen Behauptung.

Zusammen mit der weiterführenden Vorstellung der Wohn- und Gewerbeplanungen für das Bahnhofsquartier auf Seite 11 soll somit argumentativ dargelegt worden sein, dass „die Realisierung des Parkhauses […] auf unabsehbarer (sic!) Zeit die einzige Möglichkeit für die Umgestaltung des Bahnhofumfeldes sowie speziell des Vorplatzes mit dem Carlisle-Park“ ist.

Standortalternativen

Im Fortgang der „Begründung für die Planaufstellung“ auf Seite 11 wird indes nicht schlüssig dargelegt, dass die Standortwahl alternativlos ist.

So werden überhaupt nur zwei mögliche Alternativstandorte behandelt, nämlich „1. [die] Fläche nördlich des Carlisleparks, auf dem sich ehemals das städtische Hallenbad befand“. Dass es angesichts der Größe dieses Grundstücks sowie der bereits bestehenden Flächen für die Feuerwehrgaragen hier nicht möglich sein soll, auch ein Parkhaus vergleichbarer Größe einzuplanen, wirkt unglaubwürdig und müsste zumindest weitergehend belegt und ausgeführt, als nur mit der allgemeinen Aussage „Das umfangreiche Raumprogramm lässt für den Neubau eine vergleichbare öffentliche Parkplatzanlage aus Platzgründen nicht zu“ abgetan werden, sofern dazu belastbare Planungen vorliegen.

Eine zweite Alternative wird behandelt mit den Worten: „Der Bereich des ehemaligen Sportplatzes ist mit Städtebaufördermitteln erworben und in das Treuhandvermögen unseres Sanierungsträgers zur Bewirtschaftung überführt worden. Mittelfristig ist vorgesehen, dort 600 Wohneinheiten zu realisieren.“. Es ist für politisch und planerisch interessierte Laien auch hier nicht vollends nachzuvollziehen, dass dort keine (Teil-)Umwidmung möglich sein soll, um das gewünschte Planungsziel auch auf diesem Gelände zu erreichen. Die Mittelfristigkeit impliziert, dass hier noch nichts „in trockenen Tüchern“ ist und eine Ergänzung der dort geplanten Wohneinheiten um eine Tiefgarage gar nicht erst evaluiert wurde.

Weitere Grundstücke befinden sich in angemessener Entfernung zum Bahnhof leider nicht im Eigentum der Stadt Flensburg bzw. sind grundsätzlich nicht vorhanden“. Das grundsätzliche Nicht-Vorhandsein oder fehlende Eigentum ist keine hinlängliche Begründung der Unmöglichkeit. Hier bleibt also offen, ob überhaupt versucht wurde, die grundsätzliche Verfügbarkeit zum Erwerb eines der zahlreichen bahnhofsnahen Gebäude der DB Immobilien oder des Güterbahnhofs zu prüfen (stattdessen wird dies wie ein unumstößlicher Fakt auf Seite 40 wiederholt: "Zudem stehen keine Alternativstandorte für dieses Vorhaben in Bahnhofsnähe zur Verfügung").

Eine weitere Alternative, nämlich der Bau einer großzügigen Tiefgarage unter dem Carlisle-Park – wie zuletzt im Jahre 2016 vom Ratsherrn Arne Rüstemeier angeregt [2] – wird mit keinem Wort behandelt. Sollte diese technisch oder wirtschaftlich nicht gangbar sein, sollte sie doch zumindest Erwähnung finden und entsprechend behandelt werden.

Formfehler

Ein offizielles Dokument, dass eine endgültige Veränderung und teilweise unwiederbringliche Zerstörung eines über 140 Jahre gewachsenen Biotops begründen und als solches Teil des kommunalen partizipatorischen Demokratieprozesses ist, hat als solches nicht nur dem Anspruch auf inhaltliche Vollständigkeit und Freiheit von logischen Widersprüchen zu genügen, sondern mindestens hinsichtlich Drucksatz, Grammatik, Orthographie und zeitgemäßem Sprachduktus frei von Mängeln zu sein. Dies ist in der vorliegenden Begründung nicht gegeben:

- Drucksatz:

  1. Seite 32, zweiter Punkt der Aufzählung: „Geeignet sind Maßnahmen am Gebäude, die den au^ßen liegenden Immissionsort im Sinne der TA Lärm […] schützen

  2. Seite 37, Ende des ersten Absatzes: „Aussagen zur Bauphase werden nur getroffen, sofern Auswirkungen offensichtlich auf der Hand liegen. T

- Formulierungsfehler:

  1. Seite 11, Beginn des dritten freistehenden Absatzes: „Die Realisierung des Parkhauses ist auf unabsehbarer Zeit die einzige Möglichkeit für die Umgestaltung des Bahnhofumfeldes sowie speziell des Vorplatzes mit dem Carlisle-Park.“ (korrekt: „auf unabsehbare Zeit“)

  2. Seite 22, Ende des ersten Absatzes: „Da ohnehin nur eine gedrosselte Einleitung in die öffentliche RW-Kanalisation zulässig ist, ist die Hebeanlage mit einer Fördermenge von ca. 3,6 l/s zu auszulegen (7.200 m² x 5,0 l/(s x ha)).“ (redundantes „zu“)

  3. Abschnitt 7.2.5.2, Beginn des dritten Absatzes: „Nach Einschätzung des LLUR hat die Waldumwandlung keine Auswirkungen auf den Biotopschutz des artenreichen Steilhanges, sofern der Bestand durch moderate Auflichtung in ein anderes naturnahes Biotop mit heimisch-bodenständiger Vegetation ohne gärtnerische Pflege, technische Befestigung etc. umgewandelt, beispielsweise in eine durch Sukzession entstandene Hochstaudenflur, bleibt der gesetzliche Biotopschutz bestehen.(auf den ersten Blick scheint der erste Nebensatz nur ein unvollständiges Verb zu haben, anschließend bricht die gesamte Formulierung jedoch grammatisch zusammen und ist somit nur schwer-, wenn nicht missverständlich)

- Gender-Aspekte:

Im Abschnitt 8.1 auf Seite 79 wurde sich die Zeit und der Platz genommen, eine vorgebliche Verpflichtung gegenüber Themen des „Gender-Mainstreaming oder Geschlechtergerechtigkeit“ bei der vorliegenden Planung zu betonen (wobei der thematische Bezug im letzte Absatz dieses Abschnittes nicht zu erkennen ist: „Die vorliegende Planung bietet aufgrund der Stärkung des Umweltverbundes aus Regional- / Fernbahn, dem lokalen Busnetz sowie dem geplanten Parkhaus in unmittelbarer Nähe des Umsteigeknotens beste Voraussetzungen, um Erwerbs- und Gesamtalltag miteinander zu verbinden“ - dieser Absatz ist mutmaßlich im falschen Abschnitt des Dokumentes gelandet). Dieses Unterkapitel wirkt hypokritisch in einem Dokument, dass in seinem Sprachduktus (bis auf vereinzelte Ausnahmen) fast ausschließlich auf das generische Maskulinum zurückgreift. So ist im Dokument durchgängig von „Berufspendler“n, „Touristen“, „Anwohner“n oder „Besucher“n zu lesen – statt die gemeinten Personengruppen z.B. zeitgemäßer als Berufspendelnde, TouristInnen, Anwohnende oder Besuchende zu umschreiben. Dass auch sonst nirgends zur vereinfachenden Verwendung des generischen Maskulinums Stellung genommen, indes an nur einer einzigen Stelle unvermittelt das Binnen-I verwendet wird – nämlich auf Seite 9 beim Wort „EinsteigerInnenzahlen“, lässt auf mangelnde Sorgfalt bzw. Sensibilität gegenüber Geschlechtergerechtigkeit schließen und die Platzierung oben erwähnten Unterkapitels am Ende desselben Dokumentes umso deutlicher als reine Makulatur erkennen.

Aufgrund der vorstehend erläuterten Mängel hinsichtlich Drucksatz, Grammatik und zeitgemäßen, geschlechtergerechten Sprachduktus sehe ich mich genötigt, nicht nur Einspruch gegen die vorgelegte Planung selbst, sondern insbesondere die Begründung derselben aufgrund formaler Mängel einzulegen. Sollte die Planung wider Erwarten in vorliegender oder aber veränderter Form fortgesetzt werden, haben die Verantwortlichen dabei für die formale Korrektheit der zur Begründung vorgebrachten Dokumentation Sorge zu tragen.

Ungereimtheiten sowie Verharmlosung der beabsichtigen Maßnahmen

Das Ausmaß des Eingriffes in das bestehende Biotop und der beabsichtigten Baumfällungen ist in der vorliegenden Begründung nur unzureichend dargestellt und wird unter Zuhilfenahme der Kriterien der Baumschutzsatzung heruntergespielt.

So ist (unter anderem) in Abschnitt 7.2.13.1 auf Seite 65 zu lesen: „Es werden 60 Bäume beseitigt, von denen 43 dem Schutz der Baumschutzsatzung unterliegen“. Zunächst einmal müsste es korrekt lauten, „es werden 66 Bäume beseitigt“, denn 6 der unter der in der Planung berücksichtigten Bäume wurden erst im Rahmen des für das geplante Vorhaben erstellten Baumkatasters als abgestorben bzw. nicht standsicher eingeschätzt. 2 dieser 6 Bäume liegen unmittelbar in dem Bereich, der von dem Hotel überbaut werden soll. Wie in anderen bereits eingegangenen Einwendungen dargelegt, sind diese von hoher Wertigkeit für das bestehende Ökosystem. Darüber hinaus wird bei Betrachtung der Planzeichnung mit den Fällungen, sowie den Texten des Baumkatasters ersichtlich, dass von den erwähnten 60 Bäumen gem. § 3 Baumschutzsatzung 56 geschützt sind – und nicht, wie dargestellt, 43! Somit ist das obige Zitat aus dem vorliegenden Dokument schlichtweg falsch und bedarf einer Korrektur. Alleine deshalb ist dieses erneut aus formalen Gründen zurückzuweisen.

Weitergehend werden mit keinem Wort die Eingriffe in den Wurzelraum von insgesamt 11 Bäumen (Baum-Nummern 50, 55, 56, 57, 66, 71, 72, 77, 81, 138b und 142) erwähnt, die mit einer Wurzelschädigung von bis zu 10% einhergehen. Einige dieser Bäume sind ebenfalls von §3 der Baumschutzsatzung geschützt. Die Wurzeln der Bäume sollen zumeist durch die Einrichtung eines Wurzelvorhanges geschützt werden, welche sich laut Einschätzung des Sachverständigen in mindestens einem Fall (Baum-Nr. 77) „eventuell schwierig“ gestaltet [3]. Es kann nicht garantiert werden , dass diese Bäume durch diesen Eingriff in ihre Integrität keinen weiteren Schaden nehmen.

Die meiner Meinung nach viel gravierendere Verharmlosung liegt jedoch in der Tatsache, dass nicht nur die 66 in der Planung berücksichtigen Baumfällungen durchgeführt werden, sondern Hunderte! Wenn man sich vor Ort ein Bild des Bahnhofswaldes macht, wird dieses sofort klar, da direkt neben jedem im Baumkataster berücksichtigten Baum weitere stehen, die aber aufgrund geringfügig geringerem Stammumfang trotz eines mutmaßlichen Alters von mehreren Jahrzehnten oder anderen Kriterien in diesem nicht vorkommen. Persönlich drängt sich mir hier der Verdacht der arglistigen Täuschung bzw. Verharmlosung gegenüber der interessierten Öffentlichkeit auf. Dass das Projekt am geplanten Standort einen umfangreichen Eingriff in das bestehende Landschaftsbild erfordert, ist auch bei nicht fachkundiger Betrachtung offensichtlich – warum das Ausmaß der Fällungen jedoch durch die angegeben Zahlen als vermeintlich geringer suggeriert wird, erschließt sich mir nicht. Hier wäre im Sinne des aufrichtigen Dialoges ein wenig Mut zur Wahrheit angebracht, die nicht zuletzt aus Gründen der Glaubwürdigkeit und Transparenz der Stadtverwaltung gegenüber ihren Bürgerinnen und Bürgern angeraten ist.

Aufgeworfene Fragen

Im Abschnitt 6.6.2 (Seite 24) werden beabsichtigte Ersatzpflanzungen erwähnt, die den Allee-Charakter der Bahnhofstrasse erhalten helfen sollen. "Der Wurzelraum der zu pflanzenden Laubbäume (Baumscheiben) muss mindestens 12 m² groß sein. Die Baumpflanzungen sind nach den FLL-Richtlinien vorzunehmen".

    • Die Linden, die als Allee angepflanzt werden, haben also einen Wurzeldurchmesser von ca. 4m. Wie lange werden diese wachsen können, bis sie den Hotelneubau beeinträchtigen? Wie wird dann mit den Bäumen verfahren bzw. wie wird dies verhindert? Diese Angaben fehlen.

Abschnitt 7.1.1, „Bedarf an Grund und Boden“: "Der räumliche Geltungsbereich des B-Planes Nr. 303 umfasst eine Fläche von 18,5 ha".

    • 18,5 ha entsprechen 185.000 m² - in der darunterliegenden Aufstellung wird die Gesamtfläche mit ca. 18.960m² ausgewiesen - was ist mit den übrigen 166.040m²?

Vorgeblich wird mit der Vorhabenträgerin ein Vertrag geschlossen (Seite 16), in dem u.a. die Punkte "Durchführung der im Bebauungsplan festgesetzten Ausgleichsmaßnahmen auf dem Grundstück insbesondere von Ersatzpflanzungen für die Allee an der Bahnhofstraße und den dauerhaften Erhalt des Biotops am Steilhang“ sowie die „Sicherung der externen Ausgleichsmaßnahmen" aufgeführt sind.

      • Wie lange ist die Pflege und die Pacht der Ausgleichsflächen vorgesehen? Dies müsste aus Klimaschutzaspekten für einen generationenübergreifenden Zeitraum gesichert werden. Wie dies zu realisieren ist, bleibt jedoch offen.

      • Wie wird die weitere Ausführung dieser Maßnahmen garantiert, sollte die Vorhabenträgerin in Konkurs gehen?

  • Derlei Details sollten im entsprechenden Abschnitt behandelt werden, da sie Gegenstand des öffentlichen Interesses sind.

Zudem bleiben hinsichtlich der Zuständigkeiten und Eigentumsverhältnisse Fragen offen:

    • Wer ist die jetzige Eigentümerin des Geländes?
      Der Argumentation folgend, mit der vorstehend andere Grundstücke für den Bau vermeintlich dringend benötigten Parkhauses ausgeschlossen werden, müsste es die Stadt Flensburg sein – an dieser Annahme hege ich jedoch Zweifel.

    • Wer ist die Vorhabenträgerin (sowohl des Parkhauses als auch des Hotels)?

Bezüglich dieser Fragen habe ich versucht, den auf dem Dokument angegeben Mitarbeiter der Abt. Stadt- und Landschaftsplanung zu erreichen, bekam nach einigen Versuchen über einen Kollegen mitgeteilt, dass sich dieser im Urlaub befände und man mir leider keine Nachfragen beantworten könne, da nur dieser dazu qualifiziert sei. Es drängt sich mir nun die Frage auf, ob dies den Anforderungen des partizipatorischen Prozesses genügt, wenn Nachfragen seitens Bürgerinnen und Bürgern nicht beantwortet können und darüber hinaus, ob die vollständigen Dokumente denn überhaupt auch in der Abwesenheit des entsprechenden Mitarbeiters für Interessierte einsehbar waren. Sollte dies nicht der Fall gewesen sein, wäre der Zeitraum zur Abgabe von Stellungnahmen entsprechend zu verlängern.


Umsetzung des Bauvorhabens

Verkehrsgestaltung

Der Masterplan Mobilität, beabsichtigt in der Maßnahme 006: „Um die Wegeverbindung zu qualifizieren, ist der größtmögliche Abbau von Widerständen für den Fuß- sowie den Radverkehr anzustreben“ [4]. Die im Abschnitt 6.3.3 gelisteten Empfehlungen stehen in teilweisem Widerspruch zu eben dieser Maßnahme und sind daher abzulehnen. Hier werden folgende Empfehlungen ausgesprochen: „Bei der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes sollte die Bahnhofstraße möglichst zweistreifig ausgebaut werden, um den Bahnhofsvorplatz verkehrlich zu entlasten.“ und weiter „Die Fahrbahnoberfläche der Bahnhofstraße sollte eine ebenere Struktur erhalten um die Akzeptanz durch den Radverkehr zu erhalten. Dieser sollte in jedem Fall im Mischverkehr mit dem Kfz-Verkehr auf der Fahrbahn geführt werden“.

Diese Empfehlungen stärken in dieser Form nicht etwa den Radverkehr, sondern primär den motorisierten Individualverkehr! Da mit dem Mühlendamm bereits eine großzügige Abfahrtsstraße vorhanden ist, ist ein zweispuriger Ausbau für den PKW-Verkehr nicht zielführend. Durch den Wegfall der Parkplätze am Rand wäre bereits ein deutlich verbesserter und sichererer Verkehrsfluss Richtung Bahnhof zu erwarten. Stattdessen sollte in Übereinstimmung mit den Zielen des Masterplans Mobilität in diesem Fall eine dedizierte, vom Autoverkehr räumlich getrennte Spur für Radfahrende mit ebener Fahrbahnoberfläche geschaffen werden. Hingegen ist ansonsten die bestehende Fahrbahnoberfläche aus alten Pflastersteinen ein prägender Teil des Erscheinungsbildes der Bahnhofstrasse und sollte auf Seiten der PKW-Spur unbedingt in ihrem historischen Charakter erhalten bleiben. Auch trägt diese Art der Oberfläche dazu bei, die Fahrt mit überhöhten Geschwindigkeiten Richtung Bahnhof unattraktiver zu machen.

Versiegelung

Den zusätzlichen Versiegelungen im Ausmaß von 2.464m² ist entschieden zu widersprechen – und das nicht nur, weil sie gegen den konkreten Weisungen der unteren Naturschutzbehörde verstossen: Sie führen unter Anderem zu einer zusätzlichen Aufhitzung des Mikroklimas in der Stadt während des Sommers und einer Abwertung des Standortes aus Sicht des Naturschutzes und seines Naherholungswertes. Abschnitt 7.2.2.2 verdeutlicht zudem die Beeinträchtigung des Schutzgutes Boden: „Die Umsetzung der Planung wird zu zusätzlichen Versiegelungen von Flächen führen. Im gesamten Plangebiet werden maximal 2.464 m2 neue Versiegelung entstehen. Im Zuge der Planung wird umfangreicher Bodenaushub erforderlich sein. Während der Bautätigkeiten besteht dabei auch für angrenzende Flächen die Möglichkeit, dass […] Beeinträchtigungen erfolgen. Während der Bauphase besteht darüber hinaus eine potentielle Gefährdung des Bodens durch Stoffeinträge. Das Schutzgut Boden ist erheblich betroffen.“

Eine Vermeidung dieser Gefährdung ist durch die in Abschnitt 7.2.2.3 genannte Maßnahme „zur Vermeidung und Minderung“ nicht ersichtlich und somit nicht einmal ansatzweise hinlänglich begründet. Nicht zuletzt verstößt die Versiegelung, wie sie u.a. in Plan Nr. 2: Eingriff in den Baumbestand vom 20. Juli 2019 [5] klar ersichtlich ist (orange und braun gekennzeichnete Flächen) gegen die Weisung der unteren Naturschutzbehörde, wie im Schreiben vom 15.01.2018 (zu finden in den Ergänzenden Unterlagen: „Umweltbezogene Stellungnahmen“ [6]) an die zuständige Abteilung festgestellt: „Die Bebauung unversiegelter Flächen innerhalb des Geltungsbereiches und die Inanspruchnahme von Wald und von wertvollen Baumbeständen würden zu einer erheblichen Beeinträchtigung des in Nord-Süd-Richtung verlaufenden innerstädtischen Grünzuges führen. Das Landschafts- bzw. Ortsbild und Biotopverbundfunktionen würden erheblich gestört. Im Flächennutzungsplan wurde daher für diese Flächen nicht ohne Grund die Darstellung „Schirm- und Begleitgrün“ gewählt. Aus Sicht des Naturschutzes und der Landschaftspflege muss sich die geplante Bebauung daher auf die bereits versiegelten Flächen beschränken.

Ein Verstoß gegen diese Weisung, wie er laut den vorliegenden Plänen beabsichtigt ist, wäre somit ein illegaler Akt und darf daher in dieser Form nicht durchgeführt werden.

Mikroklima

Nicht nur die zusätzliche Versiegelung, auch die Entnahme von Gehölz im Zuge der angestrebten Waldumwandlung als auch die zahlreichen Baumfällungen mindern aufgrund verminderter Verdunstung den Kühlungseffekt des Grünzuges nicht unerheblich. Wenngleich Abschnitt 7.2.4.1 mit seinen Einlassungen über die allgemeine klimatische Situation in Flensburg den Eindruck erweckt, dass eine Kühlung nur selten benötigt wird, zeigen die teils dramatischen Temperaturzunahmen der letzten Sommer doch deutlich die Wichtigkeit einer solchen. In Abschnitt 7.2.4.2 fehlt schlichtweg eine Quantifizierung des verminderten Kühlungseffektes, weshalb die Planung hinsichtlich der Betrachtung dieser negativen Auswirkungen auf das Schutzgut Klima und Luft an dieser Stelle unvollständig, und somit abzulehnen ist. Auch deshalb lege ich hier Einspruch ein.

Artenschutz

Neben denen im Gehölzbestand vorkommenden Brutvögeln wurden im Plangebiet Vorkommen von vier Fledermausarten nachgewiesen. Dazu zählen zwei Arten, die im Raum Flensburg in zahlreichen weiteren Untersuchungen gefunden wurden, sowie zwei weitere Arten. Zwei Arten, die Breitflügelfledermaus und die Rothautfledermaus, werden auf der Roten Liste der gefährdeten Arten als gefährdet eingestuft. Alle vier Arten sind streng geschützte Arten nach § 7 Bundesnaturschutzgesetz. Nach § 44 (1) BNatSchG „Vorschriften für besonders geschützte und bestimmte andere Tier- und Pflanzenarten“ Abs. 3 ist es verboten, „Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, sie oder ihre Standorte zu beschädigen oder zu zerstören“. Somit wäre in den geplanten Eingriffen ein klarer Rechtsbruch verbunden, weshalb ich auch an dieser Stelle Einspruch gegen diese erhebe, da ich sie unter den mir bekannten Informationen als nicht genehmigungsfähig erachte.

Ferner sprechen auch § 30 BNatSchG i. V. m. § 21 LnatSchG, auf die das Dokument in Abschnitt 7.1.2 auf Seite 38 vorgeblich eingeht, eindeutig gegen die Eingriffe in das Gehölz durch die beabsichtigte Waldumwandlung: „Maßnahmen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung, Veränderung des charakteristischen Zustandes oder sonstigen erheblichen oder nachhaltigen Beeinträchtigung der gesetzlich geschützten Biotope führen können, sind verboten (Gesetzlicher Biotopschutz).“

Außer diesen offensichtlichen Konflikten mit geltenden Naturschutzgesetzen möchte ich im Folgenden auf weitere Punkte eingehen, die die Achtung des Artenschutzes als fragwürdig erscheinen lassen. Wie die im Rahmen des Artenschutzes betrachteten Spezies, die im Bahnhofswald heimisch sind, darauf reagieren werden, ist in der Begründung nicht weiter ausgeführt, statt dessen wird auf Seite 37, Ende 1. Absatz vorgeblich begründet, warum Beeinträchtigungen durch die Bauphase außer acht gelassen wurden: "Da hier eine Angebotsplanung vorliegt, beinhaltet diese Prüfung nicht die Untersuchung von Auswirkungen der Bauphase. Aussagen zur Bauphase werden nur getroffen, sofern Auswirkungen offensichtlich auf der Hand liegen. t (sic!)". Während des aufwändigen Bauvorhabens inkl. der im geotechnischen Bericht beschriebenen erforderlichen Tiefgründung ist mit enormen Licht- und vor allem Lärmimissionen zu rechnen. Darüber hinaus sind Erschütterungen des Erdreiches wahrscheinlich. Oben genannte Auswirkungen liegen somit offensichtlich auf der Hand und sind – Angebotsplanung hin oder her – in der vorliegenden Begründung zu berücksichtigen, weshalb diese als unvollständig zurückzuweisen ist.

Die in Abschnitt 6.10.2 analysierten Planfälle zur Lärmimission betrachten ganzjährig feste Zeiträume für Tag- und Nacht. Wäre Natur- und Artenschutz hier von Belang, müssten diese Zeiträume an Jahreszeiten bzw. den jeweils veränderlichen Dämmerungszeitpunkten orientiert sein.

Darüber hinaus ist insbesondere für die Planfälle 3 und 4 die Einhaltung der Grenzwerte - selbst mit den beschriebenen Maßnahmen - mehr als fragwürdig. Hier ist u.a. die Beweisführung ausgeblieben, dass entsprechende „technische Maßnahmen am Hotelneubau“ tatsächlich zu einer Einhaltung der Grenzwerte führen werden.


Klimaschutz

Das im Jahre 2011 erarbeitete „integrierte Klimaschutzkonzept Flensburg“ hatte das (meiner Meinung nach bereits zu unambitionierte) Ziel, die CO2-Emissionen der Stadt bis 2020 um 30% im Vergleich zum Jahre 1990 zu begrenzen [7]. Bereits 3 Jahre später ist deutlich geworden, dass selbst dieses nicht erreicht werden kann, wie die Veröffentlichungen auf der Webseite der Stadt Flensburg belegen[8]. Im Kontext der globalen Klimakrise sind indes alle Akteur*innen in der gesteigerten Verantwortung, jegliche Projekte auf Nachhaltigkeit und eine Reduktion der CO2-Emissionen anzulegen.

Bedeutung des Waldes

Alleine die 60 gesunden Bäume, die in den Planzeichnungen des Baumkatasters für Fällungen vorgesehen sind, haben der Atmosphäre bereits 113.000 Tonnen CO2 durch Aufspaltung in Kohlenstoff (=C, das in der Substanz des Baumes verbleibt) und Sauerstoff (=O2, der wieder in die Luft abgegeben wird) entzogen (Berechnung nach LFW-MB27 [9]). Legt man als Mittelwert ein Alter von 60 Jahren pro Baum zu Grunde, entzieht jeder einzelne der Atmosphäre pro Jahr fast 1,9 Tonnen CO2. Da – wie vorstehend dargelegt – potentiell hunderte weiterer Bäume für das Bauvorhaben gefällt werden, ist der Verlust für Flensburg auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt (z.Zt. noch für das Jahr 2050 angestrebt) ein beträchtlicher Rückschritt. Neu gepflanzte Bäume benötigen gemeinhin Jahrzehnte, bis sie eine vergleichbare jährliche Leistung bei der CO2-Entnahme aus der Atmosphäre erbringen können. In dieser Hinsicht tragen die Ersatzpflanzungen bis dahin nur unerheblich zum Klimaschutz bei, womit die Stadt Flensburg für die nächsten Jahrzehnte weiter in ihrer Klimaschutzbilanz zurückfallen wird. Dessen ungeachtet werden die Ersatzpflanzungen dann künftig in den Randgebieten der Stadt zur Kühlung des Klimas und der Produktion von Frischluft beitragen anstatt dort, wo sie gebraucht werden – nämlich an den Orten der größten Frequentierung.

Nachhaltigkeit der geplanten Gebäude

Grundsätzlich begrüßenswert ist die Festsetzung der Fassadenbegrünung des Parkhauses (Abschnitt 7.2.8.3) sowie die Anlage einer „extensiven Dachbegrünung“ auf „den“ Flachdächern, wie in Abschnitt 6.6.3, Seite 24 erwähnt – auch wenn die Formulierung offenlässt, welche Flachdächer hier gemeint sind. Ich nehme an bzw. hoffe, dass es sich hier um alle im Planungsgebiet befindlichen Gebäude handelt, als das Parkhaus, das Hotel und die Gebäude der Post. Ebenso bleibt die „Festsetzung zur Begrünung von Dächern bei neu geplanten Gebäuden“ in Abschnitt 7.2.4.2 etwas zu vage – gilt dies wirklich für alle neuen Gebäude, greift diese Festsetzung auf dem gesamten betrachteten Planungsgebiet oder darüber hinaus (was sehr sinnvoll wäre), und wie wird diese Festsetzung zukünftig festgeschrieben und deren Einhaltung überwacht? Bei einer vorzulegenden korrigierten Fassung des Dokumentes ist hier eine genauere Formulierung wünschenswert.

Über Dach- und Fassadenbegrünung hinaus lässt die Stadt hier jedoch maßgebliche Kriterien an die Nachhaltigkeit eines Gebäudes außer Acht. So werden keine Vorgaben hinsichtlich der Energieeffizienz (oder besser: -suffizienz) der Gebäude gemacht und dadurch eine Möglichkeit verpasst, hier eine nachhaltige Umsetzung anzuregen. Durch die Installation von Wärmetauschern kann Wärme u.a. aus Abwässern zurückgewonnen werden und so den Gesamtbedarf an Wärmeenergie senken. Insgesamt wäre hier ein Bau in Niedrig- oder Passivenergieweise, sowie der Umgang zum sparsamen Umgang mit Energie aus Nachhaltigkeitsaspekten anzuregen.

In der Stadt Tübingen ist seit 2018 für jeden Neubau die Installation einer Photovoltaik-Anlage Pflicht [10]. Dies hätte die Stadt wenigstens in diesem Einzelfall auch anregen bzw. vorschreiben können, um den Energiebedarf der entstehenden Bauten zu senken und Flensburgs dringend benötigten Wechsel hin zu erneuerbarer Energieerzeugung einzuleiten. Ebenso ist Solarthermie zur Unterstützung der Wärmeversorgung denkbar, aber offenbar nicht berücksichtigt worden. Der bloße Hinweis auf derlei Möglichkeiten in Abschnitt 7.2.12.2 ist zu wenig. Im Übrigen sind sowohl die Installation von Photovoltaik als auch Solarthermie-Anlagen nicht durch die angedachte Dachbegrünung auszuschließen, sondern können gemeinhin mit einer solchen koexistieren.

Zumindest müssen diese Möglichkeiten evaluiert, und falls nicht gangbar, ebenfalls im vorliegenden Dokument ausgeführt werden.

Darüber hinaus enthält der Abschnitt 7.2.12.2 nicht zutreffende bzw. irreführende Informationen: „Im Rahmen der Unternehmensstrategie der Stadtwerke ist u.a. durch den steigenden Einsatz von Holzhackschnitzeln als Brennmaterial bis zum Jahr 2050 eine CO2-Neutralität der Strom- und Wärmeversorgung in der Region beabsichtigt“. Zum einen ist anzumerken, dass der selbst gesteckte Reduktionspfad zur CO2-Neutralität seitens der Stadtwerke mit Ausnahme des Jahres 2014 durchweg verfehlt wurde. Zum anderen ist die Versorgung mit einer Wärme, die zu 70% aus Steinkohle gewonnen wird, wohl kaum in den Bereich der erneuerbaren Energien einzuordnen, wenn auch nach Auslage des EEWärmeG §7 so geschehen und leider rechtens. Unzutreffend ist allerdings der steigende Einsatz von Holzhackschnitzeln, den diese werden bereits in der möglichen Menge zu den existierenden Kohlekesseln hinzugegeben, weshalb der Einsatz nicht maßgeblich steigen kann. Im Gegenteil: Nach Inbetriebnahme des GuD-Kraftwerks Kessel 13 im Jahr 2022 werden zwei weitere Kohlekessel stillgelegt. In Gaskesseln können naturgemäß keine Holzhackschnitzel mitverbrannt werden, weshalb der Einsatz stark sinken wird. Der entsprechende Passus sollte also aus dem Abschnitt entfernt werden.


Gefahr des Hangrutsches

Ich schließe mich der in der Stellungnahme #1002 vorgebrachten Darstellung an, dass die Folgen des Bauvorhabens auf den Wasserhaushalt und die Stabilität des Hanges nicht oder zumindest nicht ausreichend untersucht wurden. Ein entsprechendes hydrogeologisches Gutachten ist zwingend zu erstellen, ansonsten ist das gesamte Vorhaben als nicht genehmigungsfähig zu erachten. Insofern ist auch der Inhalt des Abschnittes 7.3.2 nicht mehr korrekt, denn es besteht nun Kenntnis über eine Kenntnis- und Prognoselücke erheblichen Ausmaßes. Im Falle eines Hangrutsches ist eine Gefahr für Leib und Leben etlicher Menschen immanent und muss unbedingt durch eine fachliche Untersuchung ausgeschlossen werden. Auch aus diesem Grund erhebe ich Einspruch gegen das geplante Vorhaben, zumindest im derzeitigen Stand seiner Begründung.

[1] https://www.bob-sh.de/file/d373f3bb-b910-11e9-93cc-00505697774f

[2] https://www.shz.de/lokales/flensburger-tageblatt/flensburg-mehrheit-setzt-auf-bestehenden-bahnhof-id15367311.html

[3] https://www.bob-sh.de/file/756c7fe3-bcc8-11e9-93cc-00505697774f

[4] https://www.flensburg.de/PDF/Flensburg_MaMo_Ma%C3%9Fnahmenkatalog.PDF?ObjSvrID=2306&ObjID=7960&ObjLa=1&Ext=PDF&WTR=1&_ts=1544540869

[5] https://www.bob-sh.de/file/7f259f7a-bcc8-11e9-93cc-00505697774f

[6] https://www.bob-sh.de/file/029b47be-bcdf-11e9-93cc-00505697774f

[7] https://www.flensburg.de/media/custom/2306_1847_1.PDF?1456208037

[8] Abschnitt „Energieverbrauch und CO2-Emissionen“ auf https://www.flensburg.de/natur-umwelt/klimaschutz/index.php – Grafik: https://www.flensburg.de/media/custom/2306_5197_1_g.PNG

[9] http://www.lwf.bayern.de/mam/cms04/service/dateien/mb-27-kohlenstoffspeicherung-2.pdf

[10] https://taz.de/Photovoltaikpflicht-in-Tuebingen/!5515715/

Stellungnahme #1065

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Stellungnahme Bahnhofs-Hotel-Projekt, Änderung des Flächennutzungsplans B303

Hiermit erheben wir als Gruppe des Seniorenbeirates der Stadt Flensburg Einspruch gegen die Änderung des B-Plans 303 und gegen den Bau des geplanten Hotelprojektes sowie das Parkhaus.

Das ursprüngliche Planungsziel lautete:

Den Standort der Hauptpost neu zu entwickeln! Aufgrund des erst kürzlich verlängerten Mietvertrages mit diesem Gebäude um weitere10 Jahre entwickelt sich hier zunächst nichts.

2017 wurde bei Beginn der Planung noch argumentiert, der „Bedarf für ein Business Hotel sei da“….

Mittlerweile sind jedoch einige zusätzliche Hotels gebaut und auch noch in Planung befindliche Hotelvorhaben in Flensburg entstanden, so dass diese Aussage heute mindestens zweifelhaft erscheint.

Zudem sind beide Projekte für Flensburg und in diesem Umfeld völlig überdimensioniert. Wo finden sich hier innovative Ideen für eine bessere ÖPNV Anbindung des Bahnhofes und damit eine Möglichkeit, den Individualverkehr einzudämmen.

Das Verkehrsgutachten prognostiziert 400 Pkw/24Std. Mehraufkommen, die Bahnhofstr. soll 2-spurig ausgebaut werden, es wird KEINEN zusätzlichen Radweg geben, alles bisherigen Parkplätze fallen zugunsten des Parkhauses weg.

Im Verkehrsgutachten heißt es: „im Wesentlichen steht das Parkhaus der Öffentlichkeit zu Verfügung“!

Die unterste Ebene wird z.T. für die Stellplätze der Post vorbehalten sein…

Umwelt- und Naturschutzargumente

Viel entscheidender in heutiger Zeit ist jedoch der Umstand, dass ein für das Stadtklima wichtiger Grüngürtel mit bis zu 150 Jahre alten Bäumen zerschnitten und nur noch als Fragment erhalten bleiben soll.

§ 44 BNatSchG sagt u.a.:

die Erhaltung von Waldflächen stellt grundsätzlich ein gewichtiges öffentliches Interesse dar.

Nahezu alle einsehbaren Gutachten geben im jeweiligen Fachbereich schwerwiegende Gegenargumente für das Projekt.

u.a. heißt es auf S. 50 im Punkt 7.2.2.2 ff umweltbezogene Auswirkungen:

Das Schutzgut BODEN ist erheblich betroffen

Das Schutzgut PFLANZEN ist erheblich betroffen

Das Schutzgut TIERE ist erheblich betroffen

Das Schutzgut LANDSCHAFT ist erheblich betroffen

Das Artenschutzgutachten ist bei den vorherigen Stellungnahmen schon ausführlich angeführt worden. Den Argumenten in der Stellungnahme 1010 und 1002 können wir uns ansonsten vollumfänglich anschließen.

Eine Anmerkung zum Schluss: in der Ratsversammlung am 27.06.2019 wurde u.a. damit argumentiert, bei dem Bahnhofsumfeld handelt es sich um einen sog. „Angstraum“, der von der Bevölkerung so definiert wurde, den wolle man mit dem Beschluss beseitigen.

Nur: aufgrund der im „Ergänzungsgutachten Artenschutz“ vorgegebenen Einschränkung zur Straßen- und Wegebeleuchtung, um die gefährdeten Fledermäuse in ihrem Verhalten nicht zu stören, muss man feststellen: ES BLEIBT RELATIV DUNKEL!

Karin Hesse     Uschi Uhlig     Gisela Leonhardt     Bernd Wittke

Stellungnahme #1064

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Das Baumkataster beansprucht, alle Bäume im künftigen Baugebiet aufzuführen, deren Stammumfang einen Meter über dem Boden mehr als 60 cm beträgt. Nachmessungen im Bereich an der Bahnhofstraße haben ergeben, dass etliche Bäume dieses Kriterium erfüllen, die nicht in das Kataster eingetragen sind. Daher verlange ich, dass das stark fehlerhafte Kataster neu und sorgfältig aufgestellt wird.

Für die als „Bäume“ gemäß dem Kataster zu wertenden Bäume, die im Rahmen des Bauvorhabens abgeholzt werden sollen, werden im Ton der Großherzigkeit Ersatzpflanzungen im Verhältnis 1 : 4 angekündigt. Die zahlreichen Bäume, die einen Stammumfang von 20 – 55 cm haben und im Baugebiet entschädigungslos gefällt werden sollen, übertreffen aber an Größe und biologischer Leistung die als Ersatzpflanzungen – an anderer Stelle! – vorgesehenen Bäume bei weitem. Daher wäre die ökologische Bilanz auch nach 100 Jahren, welche die Ersatzbäume brauchen werden, um den gefällten gleich zu kommen, noch eindeutig negativ.

Ich erwarte, dass Maßnahmen getroffen werden, die ökologische Bilanz dieses Waldes und seines Umfelds im Stadtgebiet auf ehrliche Weise festzustellen und zu erhalten.

Dr. Thomas Gädeke, Schleswiger Str. 29, 24941 Flensburg

Stellungnahme #1062

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

In Bezug auf die ausführlich beschriebenen Einwände in den vorangegangenen Stellungnahmen bezüglich Biodiversität und Luftreinheit, sowie Fragen zur Hangsicherheit und Nutzen der geplanten Projekte, möchte ich Einspruch gegen die Änderung des Flächennutzungsplanes "Bahnhofstraße an der Hauptpost" und den Bebauungsplan "Hauptpost" (Nr. 303) erheben.

Neben allen weiteren offenen Fragen, bereits vielfach dargestellt, wundere ich mich über die Bereitschaft, die Abholzung eines Waldes, und die dafür notwendige Entwidmung um bestehendes Waldschutzgesetz zu umgehen, um ausgerechnet den Bau eines Parkhauses voranzutreiben, und wie dies hinsichtlich der im Klimapakt Flensburg angestrebten Verkehrswende zu rechtfertigen ist.
In Zeiten des Klimawandels und der fortschreitenden Versiegelung der Flächen ist der Schutz der verbliebenen Biotope vorrangig zu behandeln.
Deshalb fordere ich, daß die Frage einer Bebauung des Südhangs durch einen Bürgerentscheid geklärt wird und spreche mich gegen eine Bebauung des Hangs südlich und südwestlich der Hauptpost aus.

Stellungnahme #1061

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:
Mitgezeichnet von: 1

Hiermit möchte ich meine Einwände gegen das geplante Bauprojekt Bahnhofshotel mit Parkhaus

  • Bebauungsplan Nr. 303 "Hauptpost " und  Änd. des Flächennutzungsplanes "Bahnhofstraße an der Hauptpost"

mitteilen.

WENN MÖGLICH BITTE WENDEN – RICHTUNG ZUKUNFT

Seit November 2018 nehme ich mehr oder weniger aktiv Teil in der Debatte um das Bauvorhaben.

Bin sehr interessiert an Stadtgeschichte und somit auch an Naturdenkmäler wie jenes, welches sich am Bahnhofshang befindet.

Mitarbeiter der Stadt und einige Flensburger PolitikerInnen haben immer wieder die Geduld aufgebracht, Kritisierenden wie mir den Hinweis zu geben, dass die Phase der aktiven Bürgerbeteiligung am Planverfahren ganz nach Vorschrift stattfinden wird und sich hier niemand übergangen fühlen sollte.

Und da sind wir nun.

Ein millionenschweres Bauvorhaben ist längst in trockenen Tüchern, aber ich als Bürgerin darf es jetzt vor der Durchführung nochmal kommentieren. Aufregendes Gefühl. Bemerkenswert, wie das organisiert ist mit der Bürgerbeteiligung in Flensburg.

Deshalb wäre das eigentlich schon eine kleine Abhandlung wert, die Öffentlichkeitsbeteiligung bei diesem Bauvorhaben.

Aber das kommt ein andern mal.

Wie in der – m.M. nach sehr lesenwerten- Stellungnahme #1019 möchte ich es auch vorwegnehmen : die unter den ökologischen Gesichtspunkten vorgebrachten Einwände sind in vorangegangenen Stellungnahmen bereits sehr gut erläutert und ich schliesse mich diesen uneingeschränkt an.

Mir persönlich liegen diese auch am meisten am Herzen.

Nur ist es aber eben gerade dieser Themenkomplex, welcher im Flensburger Rathaus einen -beschämend rückständig- geringen Stellen-wert hat. Was zu einem Wortspiel einlädt, denn die untere Naturschutzbehörde ist der Stadt Flensburg personell gerade mal zwei (!) Stellen wert.

(als Vergleich ; für die Stadt Neumünster z.B. arbeiten vier Menschen in der UNB)

Wären da  z.B. noch die verkehrstechnischen Argumente. Natürlich ist es gut, den Pendlern das Überwechseln auf den Bahnverkehr zu erleichtern. Aber doch auf keinen Fall so ! Verkehrskonzept konzeptlos. Mehr Parkplätze in der Innenstadt sind ein Rückschritt.

Ein Parkhaus oben an der Schleswiger Strasse, das hätte die Bezeichnung Konzept verdient. Die ständig vorgebrachten lahmen Argumente wie z.B. die Grundstücke dort befänden sich alle in Privatbesitz, das wäre hinreichend geprüft und abgehakt, zeugt m.M. vor allem von einem; es war eben Niemandem die Mühe wert. Natürlich hat die Politik einen eingeschränkten Handlungsspielraum, aber dadurch lässt sich nicht entschuldigen, dass LANGFRISTIG gewünschte Entwicklungen (wie z.B. die Umsetzung eines nachhaltigen Verkehrtskonzeptes) nicht vorrausschauend den Weg bereitet werden (wie z.B. das rechtzeitige erwerben von Grund wie jener, wo einst die Aral-Tankstelle stand).

Für eine Umgehungsstrasse wiederum kann man einen Privatperson enteignen. Wehe derer, die dem Autombilverkehr im Wege stehen.

Woher kommt eigentlich diese "Religion" ?

Bei dieser Gelegenheit möchte ich auf den hervorragenden Artikel „die männliche Stadt" verweisen.

aktuell bei Zeit Online. Die Autorin darf hier ja nicht genannt werden. Der Gender-Aspekt im alteingesessenen Verkehrskonzept, welches sich bereits in den 50 er Jahren entwickelte, wird darin sehr gut erklärt.

Das Geschick dieser Stadt liegt scheinbar immer noch überwiegend in den Händen von Menschen, welche die Entwicklung der letzten 20- 30 Jahre nicht mehr so recht mitmachen konnten oder wollten.

Die Ratsversammlung vom 27.06.2019 ist (wie alle Ratsversammlungen) ebenfalls online anzusehen. Vielsagend.

Politik ist die Kunst des Möglichen - unsere Politiker sind natürlich nicht allein verantwortlich dafür dass hier solche Bauvorhaben in dieser Weise durchgeführt werden können. WIR müssen der Politik auch deutlich machen, wohin sich unsere Stadt entwickeln soll. Und wohin NICHT.

Was möglich ist oder was nicht kann dann nochmal anders aussehen.

Denn Städtebau , Verkehrskonzepte, Vermittlung von diversen Interessen, das Budget (Hey, aber wir kriegen das Parkhaus dort umsonst !!! Ein Schnäppchen. Nur eine Grünfläche muss dafür weg...), dazu jetzt noch das – emotionale wie inhaltliche- Verarbeiten all dieser neuen Informationen zum Umwelt/Klimaschutz. Es scheint einige eiskalt zu erwischen. (Huch was soll das denn jetzt ? Können wir das irgendwie aussitzen ...?)

All das ist ganz schön viel Stoff für die Mehrzahl der Menschen , die hier offiziell die Ansprechpartner/Entscheidungsträger sind. Und deshalb nutze ich meine Möglichkeit zur „Stellungnahme“ so, wie sie mir am sinnvollsten erscheint ; für einen Aufruf an Alle ;

HILFE !

Städtebau und Stadtentwicklung in Flensburg braucht dringend EURE Beteiligung !  Überlasst die Organisation,Verteilung und Beplanung der Flächen nicht einigen Wenigen ! Die können es nur von Ihrem eigenen Tellerand aus tun. Dafür ist unser gemeinsamer Lebensraum viel zu schade. Der frühe Vogel fängt den Wurm. Der neue Flächennutzungsplan der Stadt ist noch nicht festgelegt.

… denn was sonst dabei herauskommt, dafür ist m.M. der B-Plan 303 ein gelungenes Paradebeispiel.

Es liesse sich noch viele Punkte nennen, die gegen die aktuelle Planung sprechen, aber...

-wenn in Abhandlungen des städtischen Sanierungsträgers der Begriff „Blockrandbebauung“ ernsthaft im Sinne von „hey, das ist voll modern" stolz vor sich hergetragen wird,

-wenn in der Vorstellung von Fraktionsmitgliedern der grösseren Parteien das Verkehrskonzept der Zukunft so aussieht, dass nicht etwa genauso viel Autos, sondern sogar mehr als jetzt durch die Stadt rasen werden, nur mit anderem Antrieb

-oder wenn ein weiterer null-acht-fuffzehn Quadratbau einer Hotelkette (bitte gebt mal „Intercity-Hotel“ in die Bildersuche ein) in der Städteplanung Flensburgs als „Meilenstein“ bezeichnet wird, der zukünftig bei Bahnfahrenden ein "modernes Feeling" beim Verlassen des Bahnhofes hervorrufen soll,

- wenn die Frage ob 140 jährige Bäume, als Lebewesen von einer so anderen Art als wir es sind (mal ganz abgesehen von ihrem unmittelbaren Nutzen FÜR uns), VON uns vielleicht grundsätzlich so etwas wie RESPEKT entgegengebracht werden sollte, als völlig realitätsfern empfunden wird, als Spinnkram

wo fängt man da an, wo hört man auf ? Das sind meterdicke Mauern in Zementköpfen.

Ich konnte die letzten Wochen nur feststellen, wie schwer es mir fällt, meine Zeit dafür zu opfern, in mühevoller Kleinstarbeit den Versuch zu machen,hier SACHLICH zu erläutern, warum so ein Bauvorhaben m.M. eigentlich Niemandem nützt, erfreut, ernährt oder entwickelt.'

-ausser jenen, die bauen. Und vielleicht noch Jene, die mit Jenen segeln jehen...?

Der Bahnverkehr lässt sich gelungener fördern. Die zusätzlichen Geschäftreisenden, die sich im Wellness-Bereich des Hotels dort bald ihre angespannten Manager-Nacken massieren lassen können, sind die Grünfläche ganz sicher nicht wert.

Der Automobilverkehr ist aus der Stadt heraus zu holen, nicht hinein.

Fördert den ÖPNV - und der zugeparkte Bahnhof wird Geschichte sein. Da stehen viele die garnicht Bahnfahren wollen.

Und nun schliesse ich ganz unsachlich mit dem Zitieren eines zeitlosen Punkrockssongs,

älter als meine Wenigkeit,

von

HASS

(1981)

Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her



Beton muss her, Beton muss her
Hier fahren bald viele Autos her
Hier führen in kürze Straßen lang
Riesenparkplatz, Bremsprüfstand

Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Apartmenthäuser, immer mehr
Reißt ab die alten Buden
Saniert mit Grau die guten Stuben

Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Der Mischer ist schon wieder leer
Da vorne ist noch grün zu sehen
Das soll im Grau bald untergehen

Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her

Beton muss her, Beton muss her
Die Luft zum atmen gibt's nicht mehr
Gut 20 Stockwerke hoch hinauf
Hier wird nicht nur das Land verkauft

Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her
Beton muss her, Beton muss her

...

hochachtungsvoll,

H. Kalkutschke

Stellungnahme #1060

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Hiermit erhebe ich Einspruch gegen den Bebauungsplan Nr. 303 („Hauptpost“) und fordere weiterhin entsprechende Stellungnahmen zu allen unten aufgeführten Punkten.

Da in dem betroffenen Waldstück nur die größten Bäume in der Planung als zu fällender Baumbestand berücksichtigt wurden, und der Verdacht naheliegt, dass weitere zu berücksichtigende Bäume unterschlagen wurden, sind nicht nur allein die im Bauplan angegebenen Bäume von einer Fällung betroffen, sondern auch ein zusätzlich Vielfaches an jüngeren Bäumen, die sich schon erheblich größer und kräftiger als entsprechend geeignete Bäume zur Ersatzpflanzung zeigen. Somit ist bei einer bisher geplanten Ersatzpflanzung von 1:4 hier von einem reel deutlich niedrigeren, bis hin zu negativem Verhältnis von gefällten Bäumen zur geplanten Ersatzpflanzung auszugehen.

Ausserdem ist zu Berücksichtigen, dass sämtliche Neupflanzungen unter den zu erwartenden Wetterextremen wie Hitze, Stürmen und Dauerregen nur schwer anwachsen und gedeihen. Hier ist also weder zu erwarten, noch zu garantieren, dass in den nächsten 30 Jahren ein nur annähernd gleichwertiger Ersatz zu den bis dahin gefällten Bäumen entstehen wird.

Bis dahin (2050) hat die Stadt Flensburg Klimaneutralität versprochen, was unter anderem nur über eine radikale Verkehrswende und eine Autofreie Innenstadt zu ermöglichen wäre.

Sprich der Bau eines Parkhauses in Form eines Klotzes aus besonders C02 intensiven Betons, mit der verhältnismäßig kurzen, wahrscheinlich maximalen Nutzungsdauer von weniger als 30 Jahren, wird ein wertvolles Waldstück verdrängen, welches sich schon tlw. ein vier- bis fünffaches dieser Zeit positiv auf unser Klima ausgewirkt hat und noch weiter positiv auswirken würde. Werden diese Bäume gefällt, so können sie nicht nur, kein weiteres C02 binden, sondern sie setzen bis zu 140 Jahre eingespartes C02 wieder frei und belasten das Klima Zusätzlich.

Um dieses mit einer Ersatzpflanzung zu kompensieren, benötig es einen vielfach höheren Faktor der Ersatzpflanzung.

Jedoch können weder diese Ersatzpflanzungen unter genannten Vorraussetzungen die aktuelle Qualität dieses wertvollen Habitats erreichen, noch kann der Bau eines Parkhauses, auch wenn er ein paar Menschen mehr mit der Bahn fahren lassen würde, jemals eine positivere C02 Bilanz und den angepriesenen positiven Effekt auf das Stadt- und Weltklima erreichen, wie es dieser Wald in seinem jetzigem Zustand schafft.

Somit ist jedes Argument der Klimafreundlichkeit dieses Bauvorhabens ein Akt von grüner Augenwischerei und entspricht einem Täuschungsversuch und ist jenseits jedes versprochenen angeblichen Nachhaltigkeitsgedanken seitens der stadt und Investoren.

Sie haben den Klimanotstand abgelehnt, weil Sie sich schon seit mehr als einem Jahrzent für außerordentlich bemüht und vorbildlich in Sachen Klimaschutz betrachten, so werden Sie bitte diesem Anspruch auch gerecht und übernehmen Sie Verantwortung für Ihre Versprechen.

Desweiteren stellen sich mir die Fragen:

Wer wird die Ersatzpflanzungen überprüfen?

Wer wird die Kosten für die nötige Bewässerung in den Dürreperioden der nächsten Jahre, bis sich ein stabiles, ausreichend tiefes Wurzelwerk gebildet hat übernehmen?

Für wieviele Jahre sind die Neupflanzungen bindend vor Bauvorhaben geschützt, wenn noch nicht einmal Jahrhundertalten Bäume und Naturdenkmälern sicher geschützt sind?

Was wird in 30 Jahren, wenn eine unumgänglich autofreie Innenstadt realisiert wurde, mit dem gigantischen Betonbau geschehen?

Warum wurde nicht schon ab Planungsbeginn mit Ersatzpflanzungen begonnen, um sich für einen möglichst hochwertigen Esatz verantwortlich zu zeigen?

Außerdem schließe ich mich folgenden Zitaten an und wünsche mir hierzu auch eine sorgfältige Stellungnahme:

Ich bin ausdrücklich für den ganzheitlichen Erhalt des Bahnhofswaldes in Flensburg.

Begründung:

In Zeiten wo sich 1.4 Millionen Menschen für deutlich mehr Klima- und Artenschutz mobilisieren und zum demonstrieren auf die Straßen gehen (zu junge, zu alte, Menschen die auf barrierefreiheit angewiesen sind, Menschen die Freitags keine Zeit haben – noch nicht einmal mit dabei), wird in Flensburg über die Entfernung von Bestandsbäumen und somit auch natürliche Lebensgrundlage für viele weitere Lebewesen, auch Kleinstlebewesen, diskutiert. Dies ist inakzeptabel und zeichnet ein trauriges Bild, wie mit den Anliegen und Prioritäten der Bürger und der Gesellschaft allgemein umgegangen wird.

Neben den Argumentationen von den weiteren Einwendungen hier, denen ich mich nur anschließen kann, möchte ich im Folgenden noch selbst auf einige Gründe eingehen.

Fehlerhafte Datengrundlage

Das Gutachten bzw. der Plan zum „Eingriff in den Baumbestand“ basiert auf fehlerhaften Daten.

Bei einer Begehung der Bahnhofsstraße kann bereits zweifelslos, nur anhand der Bäume am Hang zwischen Bahnhofsstraße und dem Mitarbeiterparkplatz der Hauptpost, festgestellt werden, dass sich jahrzehntealte Bäume im Gebiet der geplanten Voll- und Teilversiegelungen befinden, die schlichtweg nicht im Plan verzeichnet und somit nicht berücksichtigt wurden. Es kann von daher nicht davon ausgegangen werden, dass die Pläne und etwaige Gutachten, welche die gleiche Datenbasis verwenden, korrekt sind. Im besten Fall wurde hier auf veraltete Daten aus dem Baumkataster zurückgegriffen ohne eine aktuelle Bestandsaufnahme getätigt zu haben. Im schlimmsten Falle handelt es sich um eine beabsichtigte Täuschung gegenüber dem Flensburger Stadtrats und der Flensburger Bürger. In jedem Fall wurde hier eindeutig nicht die nötige Sorgfalt und Transparenz für ein derartiges Vorhaben an den Tag erbracht.

Ich bitte die Stadt Flensburg daher auf noch einmal eine aktuelle Bestandsaufnahme von den Betroffenen Flächen anzufertigen (insbesondere des Baumbestands) und mit bisher verfügbaren Plänen abzugleichen und die Unterschiede zu kommunizieren.

Luftqualität Kühlwirkung für die Senke Richtung Förde

Der Bahnhofswald hat durch seine erhöhte Stellung im Vergleich zur Innenstadt eine kühlende Wirkung auf eben diese, als auch auf die Bahnhofsstraße selbst. Dies wertet die Luftqualität ungemein auf.

Biotop- und Artenschutz

Neben den Bäumen selbst würden durch das geplante Bauvorhaben auch Tiere vertrieben und deren Lebensgrundlage geraubt. Hierrunter befinden sich sowohl die bereits häufig angeführten Fledermäuse als auch Vogelarten und in den Bäumen und dem Unterholz lebende Insekten, Reptilien und Nagetiere.

Wiederfreisetzen bereits entnommenen Kohlenstoff(dioxid)s

Bäume binden bekanntermaßen den Kohlenstoff des aus der Atmosphäre entnommenen Kohlenstoffdioxids und stoßen den Sauerstoff aus. Bei Oxidation, z. B. durch Verbrennen, wird der Kohlenstoff wieder als Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt. Dies gilt es in Zeiten der Klimakrise, auch im vermeintlich kleinen Umfang, zu vermeiden.

Irreführende Argumentation bzgl. Umweltschutz durch Bahhofsnähe

Die Argumentation bezüglich der Nähe eines Hotels zum Bahnhof und die Unterstüzung von Umweltschonenden Programmen (wie beispielsweise Park & Ride hierdurch) sind zu einfach gedacht und irreführend. Tatsächlich führt die zur Verfügungstellung von öffentlichen Personenverkehrsmitteln zu einer erhöhten Nutzung dieser, nicht aber der Ausbau von Zubringerinfrastruktur des motorisierten Individualverkehrs. Ein (idealerweise auch innovativer), Ausbau und eine erhöhte Taktung des lokalen und regionalen ÖPNV (*insbesondere* für die umliegenden Ortschaften, bei denen die ÖPNV Takung katastrophale Ausmaße annimmt) wäre hier eine weitaus wirksamere Möglichkeit. Dieses Argument ist daher abzulehnen oder ggf. entsprechend im Vorgeld auf seine Wirksamkeit zu prüfen.

Unzureichende Ersatzpflanzungen

Die angestrebten Ersatzpflanzungen von 1:4 sind auf verschiedene Arten unzureichend.

  • Jahrzehnte alte Bestandsbäume lassen sich schlichtweg nicht durch die vierfache Anzahl Jungbäume ersetzen. Auch in den nächsten 10 Jahren haben diese nicht die Größe und Klimawirkung erreicht.

  • Weiterhin sollten derartige Vorhaben entsprechend verpflichtend und bindend festgeschrieben werden, d.h. wo finden die Ersatzpflanzungen statt? Welche Baumarten werden gepflanzt? Kann die Pflege dieser für die ersten Jahre garantiert werden?

  • Während einige Vorhaben Bäume in den Tausenden pflanzen, erscheint das Verhältnis von 1:4 geradezu lächerlich.

Ästhetik & Entspannung

Eine grüne Waldfläche und Bäume sind subjektiv deutlich schöner und entspannender als ein Hotelbau und/oder Parkflächen, die mit motorisierten Vehikeln zugestellt sind. Desweiteren ist es einer der ersten Eindrücke, die mit der Bahn Anreisende Gäste von der Stadt Flensburg erhalten. Daran ändert auch eine Fassade aus Bäumen, die als „Alibi“ vor den Bau geplant wurde nichts.

PS: Die Interaktive Karte für den Ortsbezug funktioniert nicht. Der Ortsbezug ist, offensichtlich, der Bahnhofswald in Flensburg.“


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Der Bahnhofswald ist ein wichtiger Frischluftlieferant gerade entlang der extrem stark befahrenen Schleswiger Straße. Der geplante Bau würde diese Frischluftschneise verschließen. M.E. ist es mit dem Klimapakt, den die Stadt Flensburg für ein besseres Klima beschlossen hat, und den die Stadtverwaltung mit Plakaten und Beschriftungen auf Bussen und Gebäuden so gefällig anpreist, in keiner Weise vereinbar. Parkhäuser schaffen kein besseres Klima; sie sorgen für stärkere Luftverschmutzung durch vermehrten Autoverkehr.

Bisher hat die Stadt Flensburg das bestehende Hanggutachten nicht veröffentlicht. Warum nicht? Immer wieder sind in der Stadt Flensburg durch Baumaßnahmen und Baumfällungen Hänge zum Abrutschen gebracht worden und bestehende Gebäude gefährdet worden: Durch den Bau des Postgebäudes sackte der Fußweg an der Schleswiger Straße in Höhe Martinsberg ab, es gab einen erheblichen Hangrutsch in der Nähe des Ostseebads nach Baumfällungen… viele weitere Beispiele ließen sich anführen. Im Fall des Bahnhofswaldes kommen noch die ständigen Erschütterungen durch den Verkehr auf der Schleswiger Straße als besonderes Belastungselement des Hanges hinzu.

Ich fordere deshalb die Stadtverwaltung auf, das Hanggutachten umgehend zu veröffentlichen. Anderenfalls ist eine Einschätzung der Gefährdungslage des Hanges durch die geplanten Baumaßnahmen überhaupt nicht möglich.

Angesichts der bereits bestehenden menschengemachten Klimaerwärmung und den daraus resultierenden katastrophalen Folgen, angesichts des weltweiten Artensterbens wegen der ständig kleiner werden Lebensräume vieler Pflanzen und Tiere macht es mich fassungslos, dass die Ratsversammlung Flensburgs ein Bauvorhaben auf den Weg bringen will, das geltendes Recht zum Artenschutz ignoriert und bestehende Wohngebäude mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gefährdet.

1 Öffentliches Interesse am Schutz des bewaldeten Hanges an der Schleswiger Straße überwiegt

Immer wieder wird das „öffentliche Interesse“ oder „Gemeinwohl“ am Bau des Hotels und des Parkhauses am Carlisle-Park als Rechtfertigung für den erheblichen Eingriff in den geschützen Waldbereich am Hang der Schleswiger Straße aufgeführt. Dabei beschränkt sich das öffentliche Interesse am Bau des Hotels auf erhoffte Gewerbesteuereinnahmen, von denen gar nicht sicher ist, ob sie tatsächlich realisiert werden können. Die Proteste gegen das Bauprojekt und die zahlreichen schriftlichen Einwände zeigen, dass das öffentliche Interesse am Erhalt der Bäume deutlich überwiegt. Auch steht die geschätze Höhe der erhofften Gewerbesteuereinnamhen in keinem angemessenen Verhältnis zum Eingriff in die Natur und die sensible Hanglage mit der Folge einer möglichen Gefährdung der Nachbarbebauung.

2. Waldentwidmung: Mangelnde Berücksichtigung von alternativen Umsetzungsmöglichkeiten

Zitat aus dem veröffentlichten Schreiben des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume vom 14.01.2019:

Derjenige, der eine Waldumwandlung beabsichtigt, muss daher ein besonderes, über das allgemeine wirtschaftliche Interesse hinausgehendes Interesse an der Waldumwandlung vorweisen können. Die Träger öffentlicher Vorhaben haben bei Planungen und Maßnahmen, die eine Inanspruchnahme von Waldflächen vorsehen oder die in ihren Auswirkungen Waldflächen betreffen können, die Funktionen des Waldes nach § 1 Abs. 2 Nr. 1 LwaldG angemessen zu berücksichtigen; sie sollen Wald nur in Anspruch nehmen, soweit der Planungszweck nicht auf anderen Flächen verwirklicht werden kann.“

Die bisherigen Darstellungen der Verwaltung zeigen, dass mittelfristig das gesamte Grundstück der Hauptpost neu gestaltet werden soll. U.a. wurde bekanntgegeben, dass hier Platz für einen Nahversorger geschaffen werden soll. Es ist also davon auszugehen, dass das unansehnliche Hauptpostgebäude mittelfristig abgerissen werden wird. Es besteht auf dem ausgesprochen großen Grundstück daher die Möglichkeit, eine Neubebauung mit einem kombinierten Baukörper aus Hotel und Nahversorger zu realisieren. Dies korrespondiert sogar ideal mit der kürzlich getroffenen Entscheidung, dass bei Planungsvorhaben zum Neubau bzw. Umbau von Nahversorgungszentren eingeschossige Verkaufsräume immer mit einem oder mehreren Geschossen für eine zusätzliche Nutzung überbaut werden sollen (vgl. RV-116/2019).

Es wird deutlich, dass die angestrebte Bebauung mit Hotel und auch Parkhaus auf dem gleichen Grundstück verwirklicht werden könnte, ohne dass ein Eingriff in den bewaldeten Hang notwendig würde. Einer Entwidmung des Waldes stehen also m.E. gesetzliche Vorgaben entgegen.

Hier darf auch ein bestehender Mietvertrag mit den Mietern des Hauptpostgebäudes kein Ausschlusskriterium sein. Der Bedarf an Hotelbetten ist in Flensburg nicht so gewaltig, dass nicht zugunsten des Naturschutzes und im öffentlichen Interesse ein paar Jahre auf die Umsetzung dieses Hotelbaus gewartet werden könnte.

Der Ratsversammlung der Stadt Flensburg ist die o.g. Alternative von der Verwaltung nicht oder nicht ausreichend aufgezeigt worden, obwohl grundsätzlich erwünscht ist, dass Beschlussvorlagen auch Alternativenbetrachtungen beinhalten. Ich schlage daher vor, dass der Ratsversammlung möglichst bald eine Alternative zum B-Plan 303 in seiner jetzigen Fassung zur Beschlussfassung vorgelegt wird, die einen ausreichenden Abstand zu den Waldflächen vorsieht und ohne neue Flächenversiegelungen auskommt.

3. Parkplatzgebühren in öffentliche Hand

Zum geplanten Parkhaus: Für mich ist unverständlich, warum die Einnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung einem privaten Investoren überlassen werden. Die Investoren könnten aus einer Monopolstellung (öffentliche Parkflächen im Bahnhofsumfeld sollen ganz oder teilweise wegfallen) heraus die Preise für das Parken diktieren, ohne dass die Stadt einen Einfluss darauf hätte. Betroffen wären zu einem großen Teil Berufspendler, die keine andere Wahl haben als im privaten Parkhaus zu parken. Die Stadt sollte daher auf den vorhandenen städtischen Flächen am Carlisle-Park selbst ein Parkhaus errichten. Bei der schlechten Haushaltslage der Stadt scheint es mir zudem geboten, die Erträge aus Parkgebühren für die Stadt zu sichern.“


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Mobilität

Als Begründung für den Bau eines Parkhauses in Bahnhofsnähe wird eine daraus resultierende Mehrnutzung des Bahnverkehrs herangeführt. Nur ist dieses Konzept für uns nicht schlüssig, da die Nutzung des Parkhauses eine Gebührenabgabe fordert. Somit entstehen für Bahnreisende noch zusätzliche Kosten zum Bahnticket, wenn sie die zukünftige Möglichkeit nutzen würden. Auch ist der Gedanke, die kostenlosen Parkflächen am Bahnhof aufgrund der Existenz eines Parkhauses zu entfernen, selbsterklärend zusätzlich nicht förderlich für die Nutzung des Bahnverkehrs. Die Vermeidung von Mehrkosten ist leider einer der Hauptgründe für die Nutzung eines PKWs. Somit fehlt in der Begründung zum Bau des Parkhauses ein wirklich treffendes Konzept, um die Nutzung des Bahnverkehrs zu erhöhen. Wir befürchten sogar, dass ein zusätzliches Parkhaus in Flensburg den innerstädtischen Verkehr erhöhen wird, da ein kostenpflichtiges Parkhaus vorwiegend nur von kurzzeitigen Stadtbesucher*innen genutzt werden würde. Somit fördert die Planung ein Mobilitätskonzept, welches in den nächsten Jahren keinen Bestand haben wird, somit ist der Bau eines kostenpflichtigen Parkhauses nicht zielführend für eine klimafreundliche zukünftige Mobilität.

 Artenschutz

Das biologische Gutachten spricht vom Nachweis von vier streng geschützten Fledermausarten, welche hohen rechtlichen Schutz genießen. (§7 BnatSchG)

§44 BnatSchG

Es ist verboten, ... – (2) wild lebende Tiere der streng geschützten Arten und der europäischen Vogelarten während er Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs-, und die Wanderungszeiten erheblich zu stören; Eine erhebliche Störung liegt vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert.“

Der Bau eines Parkhauses und Hotels in der geplanten Größenordnung ist wohl zweifelsfrei eine erhebliche Störung nach dem Bundesnaturschutzgesetz, zumal auch der massive Eingriff in ihren Lebensraum durch die Rodung der Bäume stattfinden soll. Zusätzlich stehen zwei der nachgewiesenen Fledermausarten, die Rauhhautfledermaus und die Breitfügelfledermaus, auf der Roten Liste der in Schleswig-Holstein gefährdeten  Arten.

Das Fledermausgutachten kommt außerdem zu dem Schluss:

Punkt 5.

Das Plangebiet hat eine lokal bedeutsame ökologische Funktion für Fledermäuse und stellt innerhalb der Stadt Flensburg mit vier nachgewiesenen Arten ein schützenswertes Habitat dar.

Die Planung sieht eine Rodung von 60 Bäumen laut Baumregister vor. Dass dadurch der Schutz des Habitats Beachtung findet, erschließt sich uns nicht und ist unserer Auffassung nach ein Verstoß gegen geltendes Recht. Auch die laut Planungsunterlagen vorgesehene Umwandlung des Habitats in eine begehbare Parkanlage, in der dann das für das Habitat wichtige Totholz entfernt werden würde, ist ein schwerwiegender Eingriff. Totholzvorrat und -qualität sind die zentrale Grundlage für den Erhalt der Biodiversität in Wäldern.Außerdem haben gerade ältere Bäume oder Bäume mit verschiedenen Strukturen durch Rinden-, Stamm- und Kronenschäden noch einen besonderen ökologischen Wert. Sie bilden Kleinstlebensräume (Mikrohabitate) für zahlreiche höchst unterschiedliche Lebewesen und tragen somit maßgeblich zur Erhöhung der biologischen Vielfalt bei. Einige der Bäume im Bahnhofswald weisen genau diese Eigenschaften auf. Allerdings würden diese nach aktueller Planung wegen Sicherheitsbedenken gefällt werden, obwohl dieses schon eine gravierende Veränderung in das schützenswerte Habitat wäre. Auch haben wir Bedenken zur Vollständigkeit des Fledermausgutachtens in Bezug auf die Betrachtung der Lichtemissionen zum Gesamtprojekt. Zwar gibt es eine Aussage im ergänzenden Fledermausgutachten, wonach das geplante Parkhaus die Lichtemissionen vom Fuhrbetrieb der Post abschatten kann, doch neben dem Wald soll nach Vorstellung der Planung ein siebenstöckiges Hotel entstehen, welches aus den Fenstern in Kronenhöhe auf 86 m Breite eine nächtliche Belichtung verursachen würde, die somit eine viel größere Störung darstellt, als der derzeitige Fuhrbetrieb der Post. In den eingereichten Planungsunterlagen lassen sich hierfür keine Lösungen finden. Es hat sogar den Anschein, dass diese eintreffende Situation nicht bedacht wurde. Auch das Fledermaus-Gutachten erwähnt dieses Problem nicht. Im Artenschutz- Gutachten derselben Gutachter-Firma steht jedoch viel darüber, wie wichtig es ist, die unbeleuchtete Lebensraum-Qualität des Habitats zu erhalten, weil sonst „Verbotstatbestände“ aufträten:

Punkt 7.2

Eine Ausstrahlung in den verbleibenden Grüngürtel muss vermieden werden.“

Außerdem lässt sich der Vorteil der Beschattung gegenüber dem Postbetrieb laut dem gleichen Gutachten nicht mit der Fällung von Bäumen gegenrechnen.

Grundsätzlich möchten wir zum Abschluss dieses Teiles auf einen Leitfaden der FFHRichtlinie 92/43/EWG hinweisen, da diese die hohe rechtliche Bedeutung eines Habitats mit streng geschützten Lebewesen wiedergibt:

Leitfaden zum strengen Schutzsystem für Tierarten von gemeinschaftlichem Interesse im

Rahmen der FFH-Richtlinie 92/43/EWG

Absichtliche Störung der in Anhang IV Buchstabe a) genannten Tierarten, insbesondere während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten (35) Gemäß Artikel 12 Absatz 1 Buchstabe b) ist die absichtliche Störung der in Anhang IV Buchstabe a) genannten Tierarten verboten, insbesondere während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten, in denen die Tiere potenziell besonders bedroht sind 67.

Darüber hinaus gilt dieses Verbot gemäß Artikel 12 Absatz 3 für alle Lebensstadien der betreffenden Tiere. II.3.2.a) Störung (36) Weder in Artikel 12 noch in Artikel 1 der Richtlinie 92/43/EWG wird der Begriff „Störung“ näher erläutert.

Der Leitfaden zu Artikel 668 enthält einige nützliche Informationen zu diesem Begriff in Bezug auf Habitate. Wendet man den Leitfaden der Kommissionsdienststellen auf Artikel 12 an, so lässt sich Folgendes feststellen:

(37) Auch wenn Störungen (z. B. Lärm, Lichtquelle) nicht unbedingt die körperliche Unversehrtheit von einzelnen Tieren direkt beeinträchtigen, so können sie sich doch indirekt nachteilig auf die Art auswirken (z. B. weil die Tiere sehr viel Energie aufwenden müssen, um zu fliehen. Wenn Fledermäuse z. B. im Winterschlaf gestört werden, heizen sie ihre Körpertemperatur hoch und fliegen davon, so dass sie aufgrund des hohen Energieverlustes weniger Chancen haben, den Winter zu überleben). Somit sind die Intensität, Dauer und Frequenz der Störungswiederholung entscheidende Parameter für die Beurteilung der Auswirkungen von Störungen auf eine Art. Verschiedene Arten sind unterschiedlich empfindlich oder reagieren unterschiedlich auf dieselbe Art von Störung, was bei jedem wirkungsvollen Schutzsystem zu berücksichtigen ist. Faktoren, die sich auf eine Art störend auswirken, verursachen für eine andere möglicherweise keine Störung. Auch kann die Empfindlichkeit einer Art saisonal oder in bestimmten Phasen ihres Lebenszyklus (z. B. während der Fortpflanzungszeit) schwanken. In Artikel 12 Absatz 1 Buchstabe b) wird dieser Möglichkeit Rechnung getragen und hervorgehoben, dass Störungen insbesondere während der störungsempfindlichen Phasen der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten zu verbieten sind. Ein artspezifischer Ansatz ist auch hier erforderlich, um den Begriff „Störung“ im Einzelnen zu definieren.

(48) Im Strafrecht wird zwischen vorsätzlichen/absichtlichen und unabsichtlichen Handlungen unterschieden. Mit dem Begriff „absichtlich“ werden auch Situationen abgedeckt, in denen eine Person die Folgen ihrer Handlung nicht direkt gewollt hat, aber den potenziellen Folgen ihrer Handlung hätte Rechnung tragen müssen. Dies zeigt deutlich, dass durch das Auslassen des Wortes „absichtlich“ unter Buchstabe d) unabsichtliche Handlungen, die Beschädigung oder Zerstörungen verursachen, in die Bestimmung ebenfalls einbezogen werden sollten. Hierdurch erhält diese Bestimmung eine besondere Bedeutung: Jede Form der Beschädigung oder Vernichtung von Fortpflanzungs- oder Ruhestätten ist effektiv zu verbieten, d. h. zu vermeiden.

(54) Aus Artikel 12 Absatz 1 Buchstabe d) ergibt sich somit, dass die betreffenden Fortpflanzungs- und Ruhestätten auch dann zu schützen sind, wenn sie nicht ständig besetzt sind, aber die betreffenden Arten mit einigermaßen großer Wahrscheinlichkeit an diese Stätten zurückkehren werden.“


Klimaschutz

Bäume sind gerade in Zeiten des Klimawandels wichtige CO2 Speicher. Bis der Effekt der CO2-Speicherung der Ersatzplanzungen den jetzigen Umfang des Bahnhofswaldes erreicht, vergehen Jahrzehnte. Sowohl jetzt als auch in den nächsten Jahren besteht ein akuter Handlungsbedarf in der Klimapolitik in allen politischen Gremien, damit eine Verschlechterung des Weltklimas noch verhindert werden kann. Ebenfalls wurde die Bedeutung gerade von innerstädtischen Wäldern im Punkt Naturschutz und Artenvielfalt aktuell vom Bundesumweltministerium im Masterplan Stadtnatur hervorgehoben. Nachzulesen ist dies in einer Pressemitteilung des BUM vom 06.06.2019 und auf den Internetseiten des BUM und des BfN.

Bäume haben aus folgenden Gründen eine positive Wirkung für das Klima in einer

Innenstadt:

-Sie sorgen für eine wichtige CO2 Speicherung

-Sie produzieren Sauerstoff

-Sie dienen als Lärmschlucker und spenden Schatten

-Sie binden Feinstäube und andere Partikel und reinigen somit die Luft

-Sie regulieren über die Beeinflussung der Luftfeuchte ihre Umgebungstemperatur

Die Ersatzpflanzung im Verhältnis 1:4 ist grundsätzlich löblich, kann allerdings den positiven Effekt der existierenden Bäume auf das innerstädtische Kleinklima nicht ausgleichen, da sie am Stadtrand erfolgen soll. Ebenfalls steht dieses Vorgehen zum Klimapakt der Stadt Flensburg im Widerspruch.

Außerdem lässt sich zum Verhältnis der Ersatzpflanzung von 1:4 keine rechtlich verbindliche Vereinbarung zwischen der Stadt Flensburg und den Investoren finden.“

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Ihr Vorhaben den Bahnhofswald fast vollständig oder auch nur teilweise abzuholzen, um ein Parkhaus und Edelhotel zu errichten, muss ich kategorisch ablehnen.

Die Fakten sind klar.

- Der über 100 Jahre alte Wald bildet eine grüne Lunge für die Innenstadt, ist Habitat von Tieren, darunter gefährdeten Fledermäusen, und die Bäume stabilisieren den Hang und die oberhalb gelegenen Häuser in der Schleswiger Straße.

- Mit einem Parkhaus angeblich Pendlern, die mit der Bahn zur Arbeit fahren, helfen zu wollen, ist ein holpriges Argument – Flensburg hat eine denkbar schlechte Bahnanbindung. Außerdem fahren die Busse des öffentlichen Nahverkehrs gut getaktet zum Bahnhof.

- Das Verkehrsaufkommen in der Innenstadt und Bahnhofsnähe ist hoch genug. Wollen Sie wirklich mit einem Parkhaus noch mehr PKWs in die Innenstadt locken? Und wie passt das zum Klimapaket der Stadt Flensburg?

- Wenn Sie die Wirtschaft und den Tourismus in Flensburg ankurbeln und Arbeitsplätze schaffen möchten, stehen Ihnen in der Innenstadt zahlreiche leerstehende Flächen und sanierungsbedürftige Gebäude zur Verfügung. Warum soll ein bewaldeter, schöner Steilhang am Bahnhof, der an einer Kopfsteinpflasterstraße liegt, zerstört werden für die klingelnden Träumereien der Investoren und Bauinteressenvertreter?

- Flensburg braucht Wohnungen, aber um die Flensburger Bürger geht es Ihnen offenbar nicht.

- Eine doppelte oder mehrfache Neuanpflanzung von Bäumen weit außerhalb der Stadt ist kein Ersatz für die Abholzung eines alten innerstädtischen Walds. Dieser ist und bleibt ersatzlos.

Der gewählte Standort für dieses Bauvorhaben ist ungeeignet. Der Versuch seitens der Investoren, Interessenvertreter, Politiker oder Ratsversammlungsmitglieder, dieses Vorhaben schön zu reden, ist zynisch. Die Politiker und Mitglieder der Stadtverwaltung und beteiligten Behörden verdeutlichen damit nur, in wessen Tasche sie stecken.

Ich bin gebürtige Flensburgerin und schätze den Bahnhofswald seit über 50 Jahren. Ich fordere Sie auf, alle Ihnen entgegengebrachten Stellungnahmen und Fragen gewissenhaft zu prüfen und zu beantworten. Bitte vermeiden Sie es, die Bürger für dumm zu verkaufen. In Zeiten von Artensterben, Erkrankung vieler Bäume und besorgniserregender Entwicklung in den Wäldern bundesweit auch nur den Vorschlag einer Abholzung in der Innenstadt und die Erbauung eines Parkhauses zu unterbreiten, zeigt, dass Sie Tatsachen missachten und Investoren mehr Recht zukommen lassen wollen als den Bürgern dieser Stadt. Von Ihrer Missachtung der Natur ganz zu schweigen."

Herzlichen Dank

Stellungnahme #1059

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Sehr geehrte Damen und Herren, 

Stellungnahme zum Entwurfs- und Auslegungsbeschluss zum Bebauungsplan "Hauptpost" (Nr. 303) sowie dazugehörgiger 94. F-Plan-Änderung.

Ich habe Einwände gegen den geplanten Bau des Hotels ,sowie des Parkhauses.....es gibt das Gesetz zum Schutz des Waldes, es gibt das Gesetz für bedrohte Tierarten die dort leben. Nicht zu verstehen ist, das es Schlupflöcher gibt, die diese Gesetze umgehen oder sogar aufheben können, damit ein "profitabler" Bau entstehen kann. Wer maßt sich an zu entscheiden, dass ein bestehender Wald nicht wichtig ist. Wer kann mit gutem Gewissen entscheiden, dass Tiere die geschütz werden müssen, ihr Recht verlieren dort zu leben. Das Aufhängen von Fledermauskästen ist ein lächerlicher Versuch der Wiedergutmachung. Warum werden diese Gesetze nicht respektiert und findet statt dessen Alternativen für den Bau des Hotels.

Im Zeitalter des Umdenkens macht ein Parkhaus in der Innenstadt nur Sinn, wenn z.B. für Pendler kostenfreie Stellmöglichkeiten angeboten werden, um sie finanziell zu entlasten.

Der Plan wurde 2x in der SUPA Sitzung von vorausschauenden Politikern abgelehnt. Ich glaube, das ist ein deutliches Zeichen, die auch die Meinung vieler Flensburger Bürger vertritt.

Ich habe die dringende Bitte das Vorhaben zu überdenken.

Angie Brückner Flensburg

Stellungnahme #1058

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Liebe Ratsversammlung, Gremien, Gutachter, Investoren, Entscheider und andere Betroffene,

den Bebauungsplan Nr. 303 („Hauptpost“) lehne ich - wie sehr viele Flensburger Bürger, die sich hier nicht zu Wort melden - ab und bitte alle Verantwortlichen um die Kenntnisnahme und Würdigung der Argumente, die sich auf diesem online-Portal gesammelt haben - es sind bislang ausschließlich Gegenargumente.

Im September fand im Rahmen der Freitagsdemonstrationen auch eine Begegnung mit der Oberbürgermeisterin vor dem Rathaus zum Thema "Hotel- und Parkhausneubau" statt. In der Diskussion nannte sie als zentrales Kriterium der Entscheidung immer wieder "Nachhaltigkeit", bzw. dass sie "für eine nachhaltige Lösung" sei, dass sie allerdings keinen Einfluss auf die Entscheidungen des Rates habe bzw. nehmen wolle.

Gegen das Gebot der Nachhaltigkeit verstößt der Bebauungsplan 303 unter anderem auch,

- weil schon im Planungsstadium gravierende Risiken nicht ausreichend untersucht wurden (in bisherigen Stellungnahmen bereits detailliert belegt) und daher nicht einmal die Auswirkungen von Bau und Inbetriebnahme hinreichend realistisch ("nachhaltig") überschaubar sind.

- weil Hotel- und Parkhausneubau sich nicht an erwartbaren und zwingend notwendigen Veränderungen in Mobilitäts- und Verkehrskonzepten orientieren, sondern nur eine Fortschreibung bestehender Trends darstellen würden.

- weil Tourismus weder Ausweg aus einer schwierigen Standortsituation ist, noch langfristig ein nachhaltiger und ökologischer Wirtschaftszweig werden kann (Beispiele? Mallorca, Venedig, Hamburg ...).

Mein Fazit:

Der Bebauungsplan 303 ist kein Baustein in einem nachhaltigen Verkehrs- und Mobilitätskonzept der Stadt Flensburg. Eine Realisierung würde in wenigen Jahren allgemein als Fehler angesehen werden.

Mein Appell:

Lassen Sie den Plan fallen und entwickeln Sie endlich ein tragfähiges, zukunftsweisendes, ökologisches Verkehrs- und Mobilitätskonzept, in dem es jede Menge Chancen für Bürger und Investoren gibt, sich sinnvoll zu beteiligen.

Freundliche Grüße

Bodo Hammen

Stellungnahme #1057

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Hiermit erhebe ich Einspruch gegen den Bebauungsplan Nr. 303 („Hauptpost“) und fordere weiterhin entsprechende Stellungnahmen zu den unten aufgeführten Punkten.

Ich bin ausdrücklich für den ganzheitlichen Erhalt des Bahnhofswaldes in Flensburg.

Begründung:

In Zeiten wo sich 1.4 Millionen Menschen für deutlich mehr Klima- und Artenschutz mobilisieren und zum demonstrieren auf die Straßen gehen (zu junge, zu alte, Menschen die auf barrierefreiheit angewiesen sind, Menschen die Freitags keine Zeit haben – noch nicht einmal mit dabei), wird in Flensburg über die Entfernung von Bestandsbäumen und somit auch natürliche Lebensgrundlage für viele weitere Lebewesen, auch Kleinstlebewesen, diskutiert. Dies ist inakzeptabel und zeichnet ein trauriges Bild, wie mit den Anliegen und Prioritäten der Bürger und der Gesellschaft allgemein umgegangen wird.

Neben den Argumentationen von den weiteren Einwendungen hier, denen ich mich nur anschließen kann, möchte ich im Folgenden noch selbst auf einige Gründe eingehen.

Fehlerhafte Datengrundlage

Das Gutachten bzw. der Plan zum „Eingriff in den Baumbestand“ basiert auf fehlerhaften Daten.

Bei einer Begehung der Bahnhofsstraße kann bereits zweifelslos, nur anhand der Bäume am Hang zwischen Bahnhofsstraße und dem Mitarbeiterparkplatz der Hauptpost, festgestellt werden, dass sich jahrzehntealte Bäume im Gebiet der geplanten Voll- und Teilversiegelungen befinden, die schlichtweg nicht im Plan verzeichnet und somit nicht berücksichtigt wurden. Es kann von daher nicht davon ausgegangen werden, dass die Pläne und etwaige Gutachten, welche die gleiche Datenbasis verwenden, korrekt sind. Im besten Fall wurde hier auf veraltete Daten aus dem Baumkataster zurückgegriffen ohne eine aktuelle Bestandsaufnahme getätigt zu haben. Im schlimmsten Falle handelt es sich um eine beabsichtigte Täuschung gegenüber dem Flensburger Stadtrats und der Flensburger Bürger. In jedem Fall wurde hier eindeutig nicht die nötige Sorgfalt und Transparenz für ein derartiges Vorhaben an den Tag erbracht.

Ich bitte die Stadt Flensburg daher auf noch einmal eine aktuelle Bestandsaufnahme von den Betroffenen Flächen anzufertigen (insbesondere des Baumbestands) und mit bisher verfügbaren Plänen abzugleichen und die Unterschiede zu kommunizieren.

Luftqualität Kühlwirkung für die Senke Richtung Förde

Der Bahnhofswald hat durch seine erhöhte Stellung im Vergleich zur Innenstadt eine kühlende Wirkung auf eben diese, als auch auf die Bahnhofsstraße selbst. Dies wertet die Luftqualität ungemein auf.

Biotop- und Artenschutz

Neben den Bäumen selbst würden durch das geplante Bauvorhaben auch Tiere vertrieben und deren Lebensgrundlage geraubt. Hierrunter befinden sich sowohl die bereits häufig angeführten Fledermäuse als auch Vogelarten und in den Bäumen und dem Unterholz lebende Insekten, Reptilien und Nagetiere.

Wiederfreisetzen bereits entnommenen Kohlenstoff(dioxid)s

Bäume binden bekanntermaßen den Kohlenstoff des aus der Atmosphäre entnommenen Kohlenstoffdioxids und stoßen den Sauerstoff aus. Bei Oxidation, z. B. durch Verbrennen, wird der Kohlenstoff wieder als Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt. Dies gilt es in Zeiten der Klimakrise, auch im vermeintlich kleinen Umfang, zu vermeiden.

Irreführende Argumentation bzgl. Umweltschutz durch Bahhofsnähe

Die Argumentation bezüglich der Nähe eines Hotels zum Bahnhof und die Unterstüzung von Umweltschonenden Programmen (wie beispielsweise Park & Ride hierdurch) sind zu einfach gedacht und irreführend. Tatsächlich führt die zur Verfügungstellung von öffentlichen Personenverkehrsmitteln zu einer erhöhten Nutzung dieser, nicht aber der Ausbau von Zubringerinfrastruktur des motorisierten Individualverkehrs. Ein (idealerweise auch innovativer), Ausbau und eine erhöhte Taktung des lokalen und regionalen ÖPNV (*insbesondere* für die umliegenden Ortschaften, bei denen die ÖPNV Takung katastrophale Ausmaße annimmt) wäre hier eine weitaus wirksamere Möglichkeit. Dieses Argument ist daher abzulehnen oder ggf. entsprechend im Vorgeld auf seine Wirksamkeit zu prüfen.

Unzureichende Ersatzpflanzungen

Die angestrebten Ersatzpflanzungen von 1:4 sind auf verschiedene Arten unzureichend.

  • Jahrzehnte alte Bestandsbäume lassen sich schlichtweg nicht durch die vierfache Anzahl Jungbäume ersetzen. Auch in den nächsten 10 Jahren haben diese nicht die Größe und Klimawirkung erreicht.
  • Weiterhin sollten derartige Vorhaben entsprechend verpflichtend und bindend festgeschrieben werden, d.h. wo finden die Ersatzpflanzungen statt? Welche Baumarten werden gepflanzt? Kann die Pflege dieser für die ersten Jahre garantiert werden?
  • Während einige Vorhaben Bäume in den Tausenden pflanzen, erscheint das Verhältnis von 1:4 geradezu lächerlich.

Ästhetik & Entspannung

Eine grüne Waldfläche und Bäume sind subjektiv deutlich schöner und entspannender als ein Hotelbau und/oder Parkflächen, die mit motorisierten Vehikeln zugestellt sind. Desweiteren ist es einer der ersten Eindrücke, die mit der Bahn Anreisende Gäste von der Stadt Flensburg erhalten. Daran ändert auch eine Fassade aus Bäumen, die als „Alibi“ vor den Bau geplant wurde nichts.

PS: Die Interaktive Karte für den Ortsbezug funktioniert nicht. Der Ortsbezug ist, offensichtlich, der Bahnhofswald in Flensburg.

Stellungnahme #1056

Verfasser: Bürger
Eingereicht am:

Ich erhebe Einspruch gegen das obengenannte Bauvorhaben. Der Wald, der durch den Bau eines Parkhauses und eines Hotels vernichtet würde, wurde von der Forstverwaltung als besonders artenreich und von besonders hoher Wertigkeit eingestuft. Nachgewiesenermaßen leben in diesem Waldstück vier streng geschützte Fledermausarten. Ihnen würde durch die Abholzung gerade der älteren Bäume der Lebensraum entzogen. Die geplante Baumaßnahme verstößt damit gegen geltendes Recht, u.a. gegen § 44 Bundesnaturschutzgesetz. Als Bewohnerin der Rude erlebte ich bisher an vielen Frühjahrs- und Sommerabenden wie die Fledermäuse aus dem Bahnhofswald über unserem Garten auf Insektenjagd gingen. Es hat uns und unsere Nachbarn immer sehr gefreut, dass diese geschützten Tiere bisher hier noch einen Lebensraum haben.

Der Bahnhofswald ist ein wichtiger Frischluftlieferant gerade entlang der extrem stark befahrenen Schleswiger Straße. Der geplante Bau würde diese Frischluftschneise verschließen. M.E. ist es mit dem Klimapakt, den die Stadt Flensburg für ein besseres Klima beschlossen hat, und den die Stadtverwaltung mit Plakaten und Beschriftungen auf Bussen und Gebäuden so gefällig anpreist, in keiner Weise vereinbar. Parkhäuser schaffen kein besseres Klima; sie sorgen für stärkere Luftverschmutzung durch vermehrten Autoverkehr.

Bisher hat die Stadt Flensburg das bestehende Hanggutachten nicht veröffentlicht. Warum nicht?Immer wieder sind in der Stadt Flensburg durch Baumaßnahmen und Baumfällungen Hänge zum Abrutschen gebracht worden und bestehende Gebäude gefährdet worden: Durch den Bau des Postgebäudes sackte der Fußweg an der Schleswiger Straße in Höhe Martinsberg ab, es gab einen erheblichen Hangrutsch in der Nähe des Ostseebads nach Baumfällungen… viele weitere Beispiele ließen sich anführen. Im Fall des Bahnhofswaldes kommen noch die ständigen Erschütterungen durch den Verkehr auf der Schleswiger Straße als besonderes Belastungselement des Hanges hinzu.

Ich fordere deshalb die Stadtverwaltung auf, das Hanggutachten umgehend zu veröffentlichen. Anderenfalls ist eine Einschätzung der Gefährdungslage des Hanges durch die geplanten Baumaßnahmen überhaupt nicht möglich.

Angesichts der bereits bestehenden menschengemachten Klimaerwärmung und den daraus resultierenden katastrophalen Folgen, angesichts des weltweiten Artensterbens wegen der ständig kleiner werden Lebensräume vieler Pflanzen und Tiere macht es mich fassungslos, dass die Ratsversammlung Flensburgs ein Bauvorhaben auf den Weg bringen will, das geltendes Recht zum Artenschutz ignoriert und bestehende Wohngebäude mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit gefährdet.

Christiane Schmitz-Strempel

Tiesholz 1

24941 Flensburg