Planungs­dokumente: 1. Änderung des vorhabenbezogenen B-Plans Nr. 1 "Feriengebiet Hof Hülsen" der Gemeinde Kosel

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Inhaltsverzeichnis

Begründung

1.4.5 Landschaftsplan

Im Landschaftsplan der Gemeinde Kosel ist für den Änderungsbereich ein Sportboothafen dargestellt. Das Plangebiet liegt im Landschaftsschutzgebiet und grenzt an ein gesetzlich geschütztes Biotop (Röhrichtflächen).

1.4.6 Schutzverordnungen

Innerhalb des Plangebietes gelten Schutzverordnungen und der Schutz aus unterschiedlichen Gesetzen. Stichpunktartig sind hier zu nennen:

  • Das Plangebiet liegt im FFH-Gebiet 1423-394 'Schlei incl. Schleimünde und vorgelagerter Flachgründe' und im EU-Vogelschutzgebiet 1423-491 'Schlei'.
  • Das Plangebiet liegt im Landschaftsschutzgebiet 'Schwansener Schleilandschaft'.
  • Das Plangebiet liegt im Naturpark Schlei.

2 Ziel und Zweck der Planung

Durch die Aufstellung der 1. Änderung des vorhabenbezogenen Bebauungsplanes Nr. 1 möchte die Gemeinde Kosel die planungsrechtlichen Voraussetzungen zum Bau einer Steinmole schaffen.

Es ist geplant, die vorhandene Steganlage der Marina Hülsen im Süden durch eine Steinmole zu ergänzen. Dadurch sollen zukünftige Versandungen vermieden werden, die ein Ausbaggern des Hafens dann erforderlich machen, wenn die südlichen Liegeplätze nicht ehr angesteuert werden können. Bisher musste die ausreichende Wassertiefe für Sportboote durch turnusmäßiges Ausbaggern und der damit verbundenen Entsorgung des Baggergutes sichergestellt werden. Diese Unterhaltungsbaggerungen wurden für den Hafen bei Bedarf beantragt, wenn die Boote drohten, auf den Grund zu laufen. Die letzte Unterhaltungsbaggerung war im Zeitraum 2010/2011 notwendig.

Durch den Bau der Mole fließt das Wasser in der Schleibucht oberhalb und unterhalb der Steinmole vorbei. Die Mole hat keine Landverbindung. Dadurch sollen zukünftige Sandeinlagerungen vermieden werden. Auf diese Weise können die bisher notwendigen Eingriffe in die Natur entfallen.

Diese Maßnahme soll die Hafenanlage des seit über 50 Jahren bestehenden Sportboothafens mit heute insgesamt 68 Liegeplätzen, die im Jahre 2011 aufwendig saniert und erneuert wurden, dauerhaft in Ihrem Bestand sichern. Das Gesamt-Konzept um den Hafen hat für die touristische Attraktion der Gemeinde Kosel einen hohen Stellenwert und wird durch den engen Zusammenhang zum zugehörigen 5-Sterne-Ferienhausgebiet, in dem auch die Erhaltung der natürlichen Strukturen am Uferbereich der Schlei im Fokus stehen, die Attraktivität für Touristen in der Schleiregion auf lange Sicht erhöhen. Neben hochwertigen Ferienhäusern können zeitgleich Segelboote angemietet und auch Kanufahrten auf der Schlei unternommen werden.

Weiterhin dient der Hafen auch als günstig gelegener Zwischenstopp für Segler und Kanuten auf der Schlei zwischen Schleswig und Kappeln. In diesem Bereich haben zwei Sportboothäfen vor kurzem ihren Betrieb eingestellt, sodass die Marina Hülsen den Tagesgästen und Dauerliegern dieser beiden Häfen einen neuen Liegeplatz bieten kann.

Für die Zukunft ist angedacht, eine Anlegemöglichkeit für die Schleidampfer anzubieten. Diese legen bislang nur an der Nordseite der Schlei in Schleswig, Ulsnis und Kappeln an. Durch die Aufwertung des Hafens Hülsen könnte in der Zukunft erstmals ein Überqueren der Schlei mit Schleidampfern möglich werden.

Das zu dem Gebiet Marina Hülsen gehörende Hafencafé rundet das touristische Angebot für die Nutzer und Besucher des Hafens ab.

Die geplante Steinmole zur Sicherung des Hafens dient demnach auch dem Erhalt und der Aufwertung des gesamten Gebietes und damit der Steigerung und langfristigen Sicherung des touristischen Angebotes in der Gemeinde Kosel.

Als Zulassungsvoraussetzung für den Bau der Mole ist die Änderung des Bebauungsplanes erforderlich, da die geplante Mole außerhalb des bisherigen Geltungsbereiches des Bebauungsplanes liegt.

Zur Durchführung dieser Baumaßnahme liegt der Gemeinde eine konkrete Anfrage vor. Der zugehörige Vorhabenplan wird parallel erstellt.