Planungsdokumente: 2. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 3A der Gemeinde Trittau, Grundstück Zum Riden 3

Begründung

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1.1. Planungsanlass und Planungsziele

Der Betreiber des an der Straße Zum Riden bestehenden Lebensmitteldiscounters hat den Wunsch nach Anpassung seines Marktes an die heute übliche Marktkonzeption an die Gemeinde herangetragen. Zur Umsetzung dieses Zieles soll im Wesentlichen die Verkaufsfläche von derzeit 800 m² auf 1.000 m² erhöht werden. Im Zuge dieser Erweiterung soll ein Leergutraum mit 2 Pfandautomaten eingerichtet und der Verkaufsraum kundenfreundlicher gestaltet werden. Die Gemeinde unterstützt diese Erweiterungsabsichten und stellt die vorliegende 2. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 3A auf.

Im Hinblick auf eine zukünftige Einzelhandelssteuerung hat die Gemeinde ein durch die Firma ‚bulwiengesa AG‘ gutachterlich begleitetes Szenario als zukünftigen Handlungsrahmen beschlossen und verfolgt unter Berücksichtigung der in dem Gutachten herausgearbeiteten Kernaspekte folgende Handlungsstrategie:

  • Verlagerung und Erweiterung eines ‚Edeka-Marktes‘ von der Schulstraße auf das sogenannte ‚Meiereigrundstück‘ im Sinne einer Aufwertung des Ortszentrums. (+ 1.450 m² VK).
  • Ansiedlung eines Nahversorgers am südlichen Siedlungsrand an der Hamburger Straße zur Verbesserung der fußläufigen Nahversorgung für die Bewohner der südlichen Wohngebiete. (+ 1.500 m² VK).
  • Neubau/Umsiedlung eines ‚Aldi-Discounters‘ auf das freiwerdende Edeka-Grundstück an der Schulstraße. (+ 350 m² VK).
  • Verlagerung und Erweiterung des ‚Famila-Marktes‘ von der Bürgermeister-Hergenhan-Straße an die Großenseer Straße. (+ 1.000 m² VK).
  • Berücksichtigung der mit vorliegender Planung vorbereiteten Erweiterung des Discounters ‚Penny‘ und bevorstehende Erweiterung des Discounters ‚Lidl‘ zur Anpassung an heute übliche Marktkonzepte. (+ 600 m² VK).

Der Bebauungsplan wird im beschleunigten Verfahren gem. § 13a BauGB aufgestellt. Die Größe der möglichen Grundfläche beträgt weniger als 20.000 m². Durch den Bebauungsplan wird keine Zulässigkeit von Vorhaben begründet, die einer Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterliegen. Es bestehen keine Anhaltspunkte für eine Beeinträchtigung der in § 1 (6) Nr. 7 Buchstabe b BauGB genannten Schutzgüter. Eine Umweltprüfung und ein Umweltbericht sind nicht erforderlich.

Das beschleunigte Verfahren ist jedoch ausgeschlossen, wenn durch den Bebauungsplan Vorhaben zulässig werden, die einer Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung nach dem Gesetz zur Umweltverträglichkeit (UVPG) unterliegen. Gemäß Anlage 1 zum UVPG ist für den Bau großflächiger Einzelhandelsbetriebe mit einer zulässigen Geschossfläche von 1.200 m² bis 5.000 m² eine allgemeine Vorprüfung des Einzelfalls vorgesehen, in der überschlägig geprüft wird, ob von dem Vorhaben erhebliche nachteilige Umweltauswirkungen ausgehen könnten, die zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung verpflichten. Die Durchführung der allgemeinen Vorprüfung des Einzelfalls erfolgt nach den Vorgaben der Anlage 2 des UVPG.

Die Gemeinde hat beschlossen, dass gleichwohl eine frühzeitige Beteiligung der Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange gem. § 4 (1) BauGB durchgeführt wird. Das durchgeführte Beteiligungsverfahren ergab keine Hinweise die zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung verpflichten.

Aus den zu erwartenden Auswirkungen lassen sich, der Vorprüfung des Einzelfalls zufolge, ebenfalls keine Erfordernisse für eine Umweltverträglichkeitsprüfung ableiten.

Neue Stellungnahme

1.2. Übergeordnete Planungsvorgaben

Die Gemeinde Trittau ist im Landesentwicklungsplan (2010) als Unterzentrum innerhalb des Ordnungsraumes um Hamburg dargestellt. Unterzentren haben gemäß dem Zentralörtlichen System Schleswig-Holsteins als Schwerpunkt für den Wohnungsbau eine besondere Verantwortung für die Deckung des regionalen Wohnungsbedarfs und sollen eine Entwicklung über den örtlichen Bedarf hinaus ermöglichen. Das gesamte Gemeindegebiet ist als Vorbehaltsraum für Natur und Landschaft sowie als Entwicklungsraum für Tourismus und Erholung ausgewiesen.

Gemäß Regionalplan für den Planungsraum I (1998) wird Trittau als zentraler Ort eingestuft. Der Ort ist als Unterzentrum in seiner Funktion weiter zu entwickeln. Die weitere wohnbauliche und gewerbliche Entwicklung soll sich aufgrund des im Osten angrenzenden Naturschutzgebietes Hahnheide und weiterer schützenswerter Landschaftsteile in westlicher Richtung vollziehen. Es ist darauf zu achten, dass hier ausreichend Bauflächen sowohl im wohnbaulichen als auch im gewerblichen Bereich zur Verfügung stehen, um dem Siedlungsdruck in den umliegenden Nahbereichsgemeinden entgegenzuwirken. Überregionale Biotopverbundflächen liegen nördlich der Ortschaft (Großensee-Mönchsteich-Stenzerteich) und im Süden entlang der Bille. Der Ort selbst wird eng von einem Regionalen Grünzug, in dem planerisch nicht gesiedelt werden soll, und von einem Schwerpunktbereich für die Erholung umgrenzt.

Nach dem Landschaftsrahmenplan für den Planungsraum I (1998) ist die Ortschaft Trittau eng von einem Raum mit besonderer Erholungseignung umgeben, der im Süden als Schwerpunktbereich dargestellt wird. Im Osten liegt das Naturschutzgebiet Hahnheide, im Westen befindet sich ein Landschaftsschutzgebiet. Der Staatsforst Karnap Trittau mit den angrenzenden Gewässern Stenzerteich, Mönchsteich und dem Großensee ist Gebiet mit besonderer ökologischer Funktion und in Teilen Gebiet mit besonderer Eignung zum Aufbau eines Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems (Schwerpunktbereich, Haupt- und Nebenverbundachsen). Im Süden grenzt das subglaziale Tal der Bille an, welches als Geotop geomorphologisch von Bedeutung ist. Die Darstellung eines Gebietes mit besonderer ökologischer Funktion, Eignungsflächen zum Aufbau eines Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems sowie eines großflächigen Feuchtgebietes spiegeln die naturschutzfachliche Bedeutung des Talraums der Bille wider.

Trittau ist im Norden und Osten eng eingebettet von den europäischen Schutzgebieten (EU-Vogelschutzgebiet DE 2328-401 „NSG Hahnheide“, FFH-Gebiete DE 2328-391 „Trittauer Mühlenbach und Drahtmühlengebiet“ und DE 2328-355 „Großensee, Mönchsteich, Stenzer Teich“). Das südliche Gemeindegebiet ist darüber hinaus durch das entlang der Bille ausgewiesene FFH-Gebiet DE 2427-391 geprägt.

Der Landschaftsplan stellt für das Plangebiet Siedlungsflächen im Ortskern dar. Die beabsichtigte Planung entspricht damit den Entwicklungsabsichten des Landschaftsplanes.

Neue Stellungnahme
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