Planungs­dokumente: Bebauungsplan Nr. 15 der Gemeinde Fleckeby für den Bereich "Baugebiet nördlich der Kreisstraße K 55 und östlich Krogkoppel"

Begründung

2 Ziel und Zweck der Planung

2.1 Allgemeine Ziele der Planung

Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 15 sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Realisierung von Wohnbauflächen geschaffen werden.

In der Gemeinde Fleckeby besteht weiterhin Bedarf an Wohnraum. Die verfügbaren Wohnbauflächen sind fast vollständig bebaut. Um kontinuierlich die Nachfrage bedienen zu können, möchte die Gemeinde weitere Wohnbauflächen entwickeln und so eine ausgeglichene Angebots- und Nachfragesituation erreichen.

Im Plangebiet sind derzeit 24 Grundstücke projektiert, von denen vier Grundstücke für die Ausweisung eines Mischgebietes vorgesehen sind. Eines der geplanten Wohngrundstücke soll für kleinteiligen, verdichteten Wohnraum mit einer Größe von knapp 2.000 m² zur Verfügung gestellt werden. Auf den übrigen Grundstücken mit Grundstücksgrößen zwischen 615 und 900 m² sollen klassische Einfamilienhäuser entstehen. Die Gemeinde Fleckeby schafft hierbei bewusst einen Rahmen mit unterschiedlich großen Baugrundstücken, um die bestehende Nachfrage abzubilden. So sind fünf Baugrundstücke im Zentrum des Planbereiches mit Größen um 650 m² kleiner geschnitten, weitere sechs Grundstücke weisen Größen zwischen 700 und 800 m² auf und die übrigen neun Grundstücke sind mit Größen zwischen 820 und 900 m² sehr groß gehalten. Hierdurch soll ein vielfältiges und differenziertes Angebot geschaffen werden. Aufgrund der ebenfalls sehr unterschiedlichen Grundstücksgrößen im bestehenden Ortsteil Götheby-Holm wird hierdurch das gesamte Spektrum der ortstypischen Grundstücksgrößen vorgehalten.

Der Planbereich grenzt südöstlich an die Bebauung der Straße Krogkoppel an und erweitert mit einer Größe von ca. 3,30 ha den Siedlungsbereich Götheby-Holms bedarfsorientiert.

Die aktuelle Nachfrage nach Bauland zeigt überwiegend eine Bebauung mit klassischen Einfamilienhäusern auf, sodass die Gemeinde diese in ausreichender Größe und Anzahl zur Verfügung stellen möchte. Gleichzeitig soll in untergeordnetem Maße auch die Nachfrage nach kleinteiligem Wohnraum gedeckt werden.

Weiterhin ist die Nachfrage nach geeigneten Grundstücken für Gewerbebetriebe seit Jahren stetig vorhanden und kann weder über bestehende Nachverdichtung noch über die Baugebiete der letzten Jahre bedient werden. Aus diesem Grund hat sich die Gemeinde Fleckeby entschieden, im Bebauungsplan Nr. 15 auch eine gewisse Anzahl an Mischgebietsflächen auszuweisen.

Das Plangebiet soll über eine neue Erschließungsstraße von der Dorfstraße (Kreisstraße 55) im Süden verkehrlich angebunden werden. Wobei der Einmündungsbereich in die Dorfstraße zur besseren Anbindung an den bestehenden Siedlungsbereich nicht zentral in das Plangebiet geführt wird, sondern möglichst weit im Westen angelegt wird. Die Erschließung des Gebietes soll entgegen der zuletzt entstandenen Wohngebiete in Götheby-Holm großzügiger gestaltet werden und mehr Grünflächen und Grünzüge in die Planung einbinden.

Weiterhin soll der Planbereich in Richtung Osten und Süden durch die Erhaltung der vorhandenen Knicks und im Norden durch die Anlage einer breiten öffentlichen Grünfläche vom Außenbereich abgegrenzt und so in sich geschlossen werden.

Weiterhin sollen für den Besucherverkehr ausreichend öffentliche Parkplätze zur Verfügung stehen.

Um eine Möglichkeit für zukünftige Erweiterungen des Plangebietes in Richtung Norden oder Osten vorzubereiten, sollen Erschließungsstraßen bis an die Planbereichsgrenzen geführt werden.

Die Schaffung von kleinteiligem sowie seniorengerechtem Wohnraum ist neben der Schaffung von klassischen Einfamilienhäusern erklärtes Planungsziel dieses Bebauungsplanes und soll entsprechend auf einzelnen Grundstücken umgesetzt werden, da die Nachfrage hierfür in der jüngeren Vergangenheit stetig ansteigt.

Die Planung entspricht aus Sicht der Gemeinde dem in Ziffer 2.7 LEP 2010 dargelegten Grundsätzen für eine geordnete, unter städtebaulichen, ökologischen und landschaftlichen Aspekten verträgliche Siedlungsentwicklung, wonach u.a. neue Bauflächen an vorhandene Siedlungsbereiche anzubinden sind.

Die Planung entspricht aus Sicht der Gemeinde außerdem den in Ziffer 3.9 des 2. Entwurfs zur Fortschreibung des LEP (2020) dargelegten Grundsätzen, wonach neue Bauflächen nur in guter räumlicher und verkehrsmäßiger Anbindung an vorhandene, im baulichen Zusammenhang bebaute, tragfähige und zukunftsfähige Ortsteile und in Form behutsamer Siedlungsabrundungen ausgewiesen werden sollen.

2.2 Wohnbauliche Entwicklung der Gemeinde

Die Gemeinde Fleckeby ist als Gemeinde mit einer ergänzenden Versorgungsfunktion (vgl. Regionalplan III) nicht an die Obergrenze des wohnbaulichen Entwicklungsrahmens für Gemeinden, die keine Siedlungsschwerpunkte sind und in den ländlichen Räumen liegen (max. 10 % des Wohnungsbestandes zum 31.12.2017 bis 2030), gebunden. Die Ausweisung neuer Wohnbauflächen orientiert sich dennoch an dem aufgezeigten Entwicklungsrahmen. Dieser stellt sich derzeit wie folgt dar:

Wohnbauentwicklung in der Gemeinde Fleckeby (2017 bis 2030)

Wohnungsbestand am 31.12.2017 1.004 WE

Nach LEP 2018 von 2017 bis 2030 anzusetzen (10 %) 100 WE

Baufertigstellungen 2018 bis 2019 11 WE

Wohngebäude in Bau (Fertigstellung vorauss. 2020) 2 WE

abzgl. Entwicklungspotenzial im Innenbereich ca. 15 WE

Verbleibende Wohnungsentwicklung über Bauleitplanung bis 2030 72 WE

Über den Bebauungsplan Nr. 15 sollen ca. 22 Wohngrundstücke entstehen; wobei auf mind. 2 der geplanten Grundstücke kleinteiliger Wohnraum mit mehreren Wohneinheiten entstehen soll. Auf zwei weiteren Grundstücken ist die Errichtung gewerblicher Gebäude geplant. Die Gemeinde rechnet damit, dass auf den 22 Grundstücken ca. 40 Wohneinheiten entstehen werden, die kurzfristig den aktuellen Bedarf decken können.

Um eine städtebaulich sinnvolle Gestaltung innerhalb des Plangebietes unter Beachtung des vorgenannten Entwicklungsspielraumes im Plangebiet zu gewährleisten, hat sich die Gemeinde zur Aufstellung dieses Bebauungsplanes entschlossen.

Die Lage im Ortsteil Götheby-Holm bietet die Möglichkeit, neue Bauflächen an die bestehende Bebauung anzugliedern und so eine angemessene Erweiterung des vorhandenen Siedlungsbereiches zu schaffen.