Planungs­dokumente: Bebauungsplan Nr. 107, 2. öffentliche Auslegung

Sie können an dieser Stelle Einsicht in die Dokumente des Verfahrens nehmen.

Inhaltsverzeichnis

Textliche Festsetzungen

1. Art und Maß der baulichen Nutzung (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 BauGB) i.V. mit § 1 Abs. 5 und 6 sowie § 4 BauNVO

  1. In den festgesetzten Allgemeinen Wohngebieten (WA) sind die nach § 4 Abs. 3 BauNVO ausnahmsweise zulässigen Anlagen für Verwaltungen, Gartenbaubetriebe und Tankstellen gem. § 1 Abs. 6 BauNVO nicht Bestandteil des Bebauungsplanes.
  2. In den festgesetzten Allgemeinen Wohngebieten (WA) sind Anlagen für sportliche Zwecke gem. § 1 Abs. 5 BauNVO nur ausnahmsweise zulässig.
  3. In den WA 1 - und WA 10 - Gebieten kann nach § 19 Abs. 4 BauNVO ausnahmsweise eine Überschreitung der festgesetzten GRZ durch Flächen für Stellplätze und Garagen sowie ihre Zufahrten bis zu einer GRZ von 0,7 zugelassen werden.
  4. In den WA 2 -, WA 4 -, WA 5 - bis WA 8 - Gebieten kann nach § 19 Abs. 4 BauNVO ausnahmsweise eine Überschreitung der festgesetzten GRZ durch Flächen für Geh-, Fahr- und Leitungsrechte sowie durch Flächen für Gemeinschaftsanlagen – Abfallbehältersammelplätze – bis zu einer GRZ von 0,65 zugelassen werden.
  5. Im WA 4 - Gebiet kann nach § 19 Abs. 4 BauNVO ausnahmsweise eine Überschreitung der festgesetzten GRZ bis zu einer GRZ von 0,8 für folgende Anlagen zugelassen werden:
  6. Zufahrten zu Tiefgaragen,
  7. unterhalb der Geländeoberfläche liegende Tiefgaragenstellplätze und Tiefgaragen, soweit die Geländeoberfläche dauerhaft begrünt wird.
  8. In den WA 5 -, WA 6 -, WA 7 -, WA 8 -, WA 9 - und WA 11 - Gebieten ist für Terrassen einschließlich Stützmauern, sofern sie erforderlich sind, als bauliche Anlage eine Überschreitung der GRZ bei Einzelhäusern je Wohnbaugrundstück um bis zu max. 20 m², bei Doppelhäusern je Doppelhaushälfte um bis zu max. 10 m², bei Hausgruppen je Hausteil ebenfalls um bis zu max. 10 m² nach § 16 Abs. 6 BauNVO zulässig.
  9. In den WA 2 -, WA 3 - und WA 11 - Gebieten darf die zulässige GRZ von 0,3 nach § 16 Abs. 6 BauNVO ausnahmsweise für Gebäude, die beidseitig ohne Grenzabstand errichtet werden, bis zu einer GRZ von 0,4 überschritten werden.

2. Bauweise und überbaubare Grundstücksfläche (§ 9 Abs.1 Nr. 2 BauGB)

  1. Bei der abweichenden Bauweise a1 in den WA 1 -, WA 2 - und WA 10 - Gebieten werden nach § 22 Abs. 4 BauNVO die Gebäude innerhalb der überbaubaren Flächen ohne Grenzabstand bzw. Gebäudeabstandsflächen errichtet. Sofern nach der Festsetzung der überbaubaren Grundstücksflächen nicht auf der Grundstücksgrenze gebaut werden kann, sind die notwendigen Abstandsflächen einzuhalten.
  2. Bei der abweichenden Bauweise a2 in den WA 3 - und WA 11 - Gebieten werden nach § 22 Abs. 4 BauNVO die Gebäude innerhalb der überbaubaren Fläche ohne Grenzabstand bzw. Gebäudeabstandsflächen errichtet. Dies gilt nicht für Staffelgeschosse. Sofern nach der Festsetzung der überbaubaren Grundstücksflächen nicht auf der Grundstücksgrenze gebaut werden kann, sind die notwendigen Abstandsflächen einzuhalten.
  3. In der abweichenden Bauweise a3 im WA 4 - Gebiet werden nach § 22 Abs. 4 BauNVO die Gebäude mit seitlichem Grenzabstand und den notwendigen Gebäudeabstandsflächen als Einzelhäuser errichtet. Die Länge bzw. Tiefe der oberirdischen Gebäude beträgt jeweils max. 18 m. Ein geringfügiges Überschreiten der maximal zulässigen Gebäudelänge und -tiefe um bis zu 2,50 m durch Balkone, Loggien, Erker, Eingangsbereiche und Wintergärten ist zulässig, sofern ihr Anteil an der jeweiligen Gebäudelänge bzw. –tiefe insgesamt 30 % nicht überschreitet.
  4. In der abweichenden Bauweise a4 im WA 9 - Gebiet werden nach § 22 Abs. 4 BauNVO die Gebäude mit seitlichem Grenzabstand und den notwendigen Gebäudeabstandsflächen als Einzelhäuser oder Doppelhäuser errichtet. Die Länge bzw. Tiefe der oberirdischen Gebäude beträgt jeweils max. 15 m. Ein geringfügiges Überschreiten der maximal zulässigen Gebäudelänge und -tiefe um bis zu 2 m durch Balkone, Loggien, Erker, Eingangsbereiche und Wintergärten ist zulässig, sofern ihr Anteil an der jeweiligen Gebäudelänge bzw. -tiefe insgesamt 30 % nicht überschreitet.
  5. Im WA 8 - Gebiet wird nach § 22 Abs. 4 BauNVO ausnahmsweise eine abweichende Bauweise zugelassen, sofern bei der Bestandsbebauung eine Unterschreitung der nach Landesbauordnung erforderlichen Abstandsflächen vorhanden ist. In diesem Fall darf für Neubauten auf diesen Grundstücksflächen die erforderliche Abstandsfläche auf 2,50 m reduziert werden. Ein Mindestabstand von 5 m zwischen den Häusern ist einzuhalten.
  6. In den WA 4 -, WA 5 -, WA 10 - und WA 11 - Gebieten ist ein Zurücktreten untergeordneter Gebäudeteile gegenüber den festgesetzten Baulinien bis zu einem Maß von 1,50 m nach § 23 Abs. 2 BauNVO zulässig, sofern dies durch gebäudegliedernde Fassadenelemente (Balkone, Loggien, Erker, Treppenhäuser, Vordächer, Wintergärten) bedingt ist und ihr Anteil an der Breite der jeweiligen Außenwand im WA 4 - Gebiet insgesamt 40 %, im WA 5 - und WA 11 - Gebiet insgesamt 30 % und in dem WA 10 - Gebiet 20 % nicht überschreitet.
  7. Staffelgeschosse und Tiefgaragen dürfen nach § 23 Abs. 2 BauNVO hinter den festgesetzten Baulinien zurückbleiben.
  8. Bei gerundeten Baulinien dürfen nach § 23 Abs. 2 BauNVO die Gebäude geradlinige Fassaden erhalten, sofern die Gebäudeausrichtung tangential zum Straßenverlauf vorgesehen wird. Dies gilt auch für die festgesetzte Firstlinie.
  9. In den Allgemeinen Wohngebieten ist in geringfügigem Umfang ein Vortreten untergeordneter Gebäudeteile gegenüber den festgesetzten Baugrenzen bis zu einem Maß von 2 m nach § 23 Abs. 3 BauNVO zulässig, sofern dies durch gebäudegliedernde Fassadenelemente (Balkone, Erker, Treppenhäuser, Vordächer, Wintergärten) bedingt ist und ihr Anteil an der Breite der jeweiligen Außenwand insgesamt 30 % nicht überschreitet und die Bestimmungen zu Vorgartenflächen (Textziffer 2.10) eingehalten werden.
  10. In den Allgemeinen Wohngebieten sind in den Vorgartenflächen, d. h. zwischen der Straßenbegrenzungslinie und den festgesetzten Baulinien bzw. Baugrenzen sowie deren Verlängerung, bauliche Anlagen nicht zulässig.

Ausnahmen können gestattet werden:

  • für Nebenanlagen im Sinne des § 14 Abs. 1 BauNVO,
  • für bauliche Anlagen, die nach der Landesbauordnung (LBO) in Abstandsflächen zulässig sind oder zugelassen werden können, wenn die Bauflucht mehr als 5 m von der Straßengrenze zurück liegt und die geplante bauliche Anlage einen Abstand von 5 m zur Straßenbegrenzungslinie einhält,
  • für Windfänge, wenn sie eine Tiefe von 2 m und eine Fläche von 6 m² nicht überschreiten.

Von dieser Vorschrift werden Stellplätze, Terrassen, Stützmauern, Einfriedungen und Nebenanlagen im Sinne des § 14 Abs. 2 BauNVO nicht berührt.

3. Die höchstzulässige Zahl der Wohnungen in Wohngebäuden i.V. zur Mindest- und Maximalgröße der Baugrundstücke (§ 9 Abs. 1 Nr. 6 BauGB i.V. mit § 9 Abs. 1 Nr. 3 BauGB)

Die Anzahl der Wohnungen wird im WA 2 - Gebiet auf maximal eine Wohneinheit je angefangene 350 m² Grundstücksfläche begrenzt.

Die Anzahl der Wohnungen wird in den Gebieten WA 5 und WA 7 auf maximal eine Wohnung je angefangene 400 m² Grundstücksfläche begrenzt.

Die Anzahl der Wohnungen wird in dem Gebiet WA 6 auf maximal eine Wohneinheit je angefangene 1.000 m² Grundstücksfläche begrenzt.

In den Gebieten WA 2 und WA 3 dürfen die Grundstücke pro Hausteil eine Größe von maximal 600 m² nicht überschreiten.

In dem Gebiet WA 9 muss die Grundstücksgröße mindestens 600 m² betragen.