Planungsdokumente: B-107 + 3. Änderung F-Plan, 1. Öffentliche Auslegung

Begründung

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1. Planungsgrundlagen

1.1. Planungsanlass und Planungsziele

In der Stadt Bad Oldesloe besteht ein hoher Wohnraumbedarf. Durch den Bebauungsplan sollen ehemals gewerblich genutzte, seit langer Zeit brach liegende Flächen südlich der Kampstraße und westlich des Pölitzer Weges als Wohnbauflächen entwickelt werden. Im Parallelverfahren wird die 3. Änderung des Flächennutzungsplanes aufgestellt. Es ist beabsichtigt, ein neues Siedlungsgebiet mit ca. 200 Wohneinheiten in Einzel-, Doppel- und Reihenhäusern sowie Geschosswohnungsbauten am südlichen Stadtrand zu entwickeln. Damit soll eine Planung wieder aufgegriffen werden, die Grundlage für die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 74 vor rund 20 Jahren war und aufgrund einer bestehenden Altlastenproblematik nicht umgesetzt werden konnte. Inzwischen gibt es aufgrund veränderter Eigentumsverhältnisse die Möglichkeit einer umfassenden Sanierung und damit einer Umsetzung der neuen Planung.

Das Plangebiet liegt innenstadtnah und wird durch angrenzende Bebauung weitgehend eingefasst. Neben der Altlastenproblematik ist die Lärmbelastung durch die angrenzende Bahnlinie Hamburg – Lübeck und durch die L 90 Abschnitt Pölitzer Weg zu beachten. Der Abstand der Wohnbebauung zur Bahn orientiert sich an der Abgrenzung der Lärmbelastung. Zudem haben sich im derzeit dem Außenbereich zuzuordnenden Teil des Plangebietes zum Teil hochwertige Biotopstrukturen mit Schutzstatus nach § 30 BNatSchG gebildet, die für die Sanierung kontaminierter Böden und den Bedarf an Retentionsflächen für anfallende Oberflächenwasser in Anspruch genommen werden sollen.

1.2. Übergeordnete Planungsvorgaben

Nach dem Landesentwicklungsplan (2010) wird Bad Oldesloe als Mittelzentrum im Ordnungsraum von Hamburg und Lübeck dargestellt. Die Siedlungsentwicklung in den Ordnungsräumen ist vorrangig entlang von Siedlungsachsen auszurichten, wobei Bad Oldesloe einen äußeren Siedlungsachsenschwerpunkt bildet. Damit hat Bad Oldesloe eine besondere Funktion für die Deckung des regionalen Wohnungsbedarfs und soll eine Entwicklung über den örtlichen Bedarf hinaus ermöglichen.

Die beiden Bundesautobahnen A 1 und A 21 sind im Landesentwicklungsplan als Landesentwicklungsachsen gekennzeichnet. Bad Oldesloe liegt in einem Entwicklungsraum für Tourismus und Erholung. Das Travetal und die Besteniederung sind als Biotopverbundachsen Vorbehaltsräume für Natur und Landschaft. Das Travetal ist als FFH-Gebiet nachrichtlich dargestellt.

Der Regionalplan für den Planungsraum I von 1998 stellt Bad Oldesloe als Mittelzentrum in einem baulich zusammenhängenden Siedlungsgebiet mit einem umliegenden Siedlungsschwerpunkt am Ende der Siedlungsachse Hamburg – Bad Oldesloe dar.

Abb. 1: Ausschnitt aus dem Regionalplan

Das Landschaftsprogramm (1999) weist ergänzend zu den Biotopverbundachsen im Landesentwicklungsplan für den Planungsraum ein Wasserschongebiet und ein Geotop aus. Die Besteniederung zwischen Bad Oldesloe und Rümpel sowie die Barnitz werden als Gebiete dargestellt, die die Voraussetzung einer Unterschutzstellung in Form eines Naturschutzgebietes erfüllen.

Der Landschaftsrahmenplan (1998) konkretisiert die Abgrenzungen von Geotop, Wasserschongebiet und geplanten Naturschutzgebieten. Demnach liegt das Plangebiet mit Ausnahme des nördlichsten Zipfels im Wasserschongebiet und im Subglazialen Tal der Norderbeste. Der Raum südlich des Plangebietes (Besteniederung und Talraum der Barnitz) ist Gebiet mit besonderer ökologischer Funktion und Gebiet mit besonderer Eignung zum Aufbau eines Schutzgebiets- und Biotopverbundsystems. Teilräume sind geplantes Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet sowie Gebiet mit besonderer Erholungseignung. Die bauliche Entwicklung von Bad Oldesloe wird in südliche Richtung begrenzt.

Abb. 2: Ausschnitt aus dem Landschaftsrahmenplan

Abb. 3: Ausschnitt aus dem Landschaftsplan

Bezüglich der baulichen Nutzung und der Darstellung von Gemeinbedarfsflächen entspricht der Landschaftsplan dem Flächennutzungsplan. Das zentrale Plangebiet ist als Grünfläche mit der Zweckbestimmung natürliche Sukzession gekennzeichnet und mit einer Maßnahmenfläche überlagert. Ein größeres Kleingewässer im östlichen Plangebiet wird als gesetzlich geschütztes Biotop ausgewiesen. Südlich liegende Flächen sind Eignungsflächen für die Neuwaldbildung.

Die nunmehr geplante Entwicklung im Übergang zur Landschaft weicht von den Darstellungen des Landschaftsplanes ab. Die Anpassung der Aussagen im Landschaftsplan erfolgt im Rahmen einer Fortschreibung des Landschaftsplanes.

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