Planungs­dokumente: 10. Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Rieseby für das Gebiet "Ortsteil Norby" Stand: Öffentlichkeitsbeteiligung

Sie können an dieser Stelle Einsicht in die Dokumente des Verfahrens nehmen.

Inhaltsverzeichnis

Begründung

1       Ausgangssituation

1.1        Lage des Plangebietes

Die überplanten Flächen umfassen das gesamte Siedlungsgebiet des Ortsteiles Norby. Sie werden begrenzt durch die Kreisstraße 83 im Süden sowie von den die Ortslage umgebenden landwirtschaftlich genutzten Flächen.

Die Gesamtgröße des Plangeltungsbereiches beträgt ca. 7,7 ha.

1.2        Bestand

Der Ortsteil Norby ist geprägt durch ehemals landwirtschaftliche Gebäude, die heute als Wohngebäude genutzt werden. Zwei landwirtschaftliche Anlagen befinden sich derzeit noch in Betrieb. Einstmaliges Zentrum war die Windmühle, die heute unter Denkmalschutz steht. Ebenso befinden sich in Norby noch zwei weitere Gebäude, die als Kulturdenkmäler gekennzeichnet sind.

Um die ursprünglich landwirtschaftliche Bebauung herum hat sich im Laufe der Zeit eine lockere Wohnbebauung entwickelt, die dem Ortsteil heute sein typisches, dörfliches Aussehen verleiht. Insgesamt befinden sich in Norby ca. 35 Wohngebäude mit zugehörigen Nebengebäuden.

Das durchschnittliche Höhenniveau des Plangebietes liegt zwischen 22 und 25 m üNN und steigt im Südosten auf ca. 29 m üNN an.

1.3        Grundlage des Verfahrens

Grundlage des Verfahrens ist das Baugesetzbuch (BauGB) vom 23.09.2004 (BGBl. I, S. 2414) in der derzeit gültigen Fassung.

In der Sitzung am 02.04.2014 beschloss die Gemeindevertretung die Aufstellung der 10. Flächennutzungsplanänderung.

1.4        Rechtliche Bindungen

Gemäß § 1 Abs. 4 BauGB besteht für die Gemeinde eine so genannte 'Anpassungspflicht' an die Ziele der Raumordnung und Landesplanung, d.h. Bedenken aus Sicht der Landesplanung unterliegen nicht der gemeindlichen Abwägung nach § 1 Abs. 7 BauGB.

Der Ortsteil Norby wird im Landesentwicklungsplan Schleswig-Holstein 2010 als 'Ländlicher Raum' eingestuft. Er befindet sich im 10 km-Umkreis um das Mittelzentrum Eckernför-de.

Der Regionalplan für den Planungsraum III weist der Gemeinde Rieseby eine ergänzende, überörtliche Versorgungsfunktion in ländlichen Räumen zu. Das Plangebiet grenzt an ein großflächiges Gebiet mit besonderer Bedeutung für Tourismus und Erholung.

Im rechtsverbindlichen Flächennutzungsplan der Gemeinde Rieseby sind die Flächen des Plangebietes als Flächen für die Landwirtschaft dargestellt.

In der Außenbereichssatzung der Gemeinde werden Baugrenzen für die vorhandene Bebauung sowie für potentielle Bauflächen dargestellt. Hier findet sich auch die Fläche für Gemeinbedarf um das Museum mit dem Kulturdenkmal Mühle sowie die Darstellung des vorhandenen Knicks und der ortsbildprägenden Bäume.

Der Landschaftsrahmenplan für den Planungsraum III beinhaltet in Karte 1 keine Darstellungen. Karte 2 stellt den Planbereich innerhalb eines Gebietes mit oberflächennahen Rohstoffen dar. Darüber hinaus ist die Mühle als Kulturdenkmal dargestellt.

Der Landschaftsplan der Gemeinde Rieseby stellt im Bestandsplan den Ortsteil Norby als "Fläche für die Landwirtschaft" dar. Neben der vorhandenen Bebauung und den Straßen des Ortsteiles stellt der Landschaftsplan die Knicks und charakteristische Einzelbäume dar. Insgesamt vier Gebäude des Ortsteiles werden als Kulturdenkmale ausgewiesen, wovon eines heute nicht mehr vorhanden ist.

Das Landschaftsschutzgebiet nördlich von Norby wird klar vom Ortsbereich abgegrenzt.

Des Weiteren zeigt der Landschaftsplan vier potentielle Entwicklungsflächen zur Siedlungsverdichtung für den Ortsteil Norby auf (E12 – E15).

Der nächstgelegene Bestandteil des europäischen Netzes "Natura 2000" ist das FFH-Gebiet 1423-394 'Schlei incl. Schleimünde und vorgelagerter Flachgründe', ca. 1.500 m nördlich des Plangebietes.

Das Plangebiet liegt im Naturpark Schlei.

Innerhalb des Plangebietes gelten Schutzverordnungen und der Schutz aus unterschiedlichen Gesetzen. Stichpunktartig sind hier zu nennen:

Schutzgebiete nach §§ 22 bis 25 BNatSchG sind durch das Vorhaben direkt nicht betroffen. Knicks sind nach § 21 LNatSchG geschützt. Einzelne Gebäude im Plangeltungsbereich stehen unter Denkmalschutz nach § 5 Abs. 1 des Denkmalschutzgesetzes.

2           Ziel und Zweck der Änderung

Mit der Aufstellung der 10. Änderung des Flächennutzungsplanes sollen die planungsrechtlichen Voraussetzungen zur Realisierung einer Wohnbaufläche im Ortsteil Norby geschaffen werden. Hierzu wird im Parallelverfahren auch der Bebauungsplan Nr. 18 aufgestellt. Da sich der Bebauungsplan aus dem Flächennutzungsplan entwickeln muss, ist auch eine Änderung des Flächennutzungsplanes erforderlich. Aus Sicht der Gemeinde Rieseby ist es für eine geordnete städtebauliche Entwicklung erforderlich, nicht nur den Planbereich des Bebauungsplanes Nr. 18 sondern den gesamten Ortsteil Norby planungsrechtlich zu ordnen. Dabei soll Norby in Zukunft jedoch nicht zu einem Schwerpunkt der wohnbaulichen Entwicklung in Rieseby werden. Lediglich einzelne bauliche Erweiterungen sollen zukünftig möglich sein.

Der Ortsteil Norby ist geprägt durch ehemals landwirtschaftliche Gebäude, die heute als Wohngebäude genutzt werden. Zwei landwirtschaftliche Anlagen befinden sich derzeit noch in Betrieb. Einstmaliges Zentrum war die Windmühle, die heute als Museumsmühle genutzt wird und unter Denkmalschutz steht. Ebenso befinden sich in Norby zwei weitere Gebäude, die als Kulturdenkmäler gelten.

Um diese ursprüngliche, landwirtschaftliche Bebauung herum hat sich im Laufe der Zeit eine lockere Wohnbebauung entwickelt, die zusammen mit dem Natur-Kindergarten dem Ortsteil heute sein typisches, dörfliches Aussehen verleiht. Insgesamt stellt sich Norby mit seinen ca. 35 Wohngebäuden und den dazugehörenden Nebengebäuden als Siedlungsbereich von einigem Gewicht dar.

Die Gemeinde ist bestrebt, die Ortslage des Ortsteiles Norby planungsrechtlich in einem Flächennutzungsplan zu ordnen, um den ländlichen geprägten Charakter des Ortsteiles zu erhalten.

3           Planung

3.1        Art der Nutzung

Der geltende Flächennutzungsplan weist den ca. 7,7 ha großen Änderungsbereich derzeit als Flächen für die Landwirtschaft aus. Die Darstellungen werden durch diese Änderung des Flächennutzungsplanes aufgehoben.

Die Außenbereichssatzung der Gemeinde Rieseby, aufgestellt im Jahr 2002, geändert im Jahr 2012 macht die Notwendigkeit einer Flächennutzungsplanung für diesen Ortsteil deutlich. Die Außenbereichssatzung wurde in ihrer Aussage als eine Grundlage für die Darstellungen im Flächennutzungsplan herangezogen.

Im Geltungsbereich der 10. Änderung des Flächennutzungsplanes werden nun entsprechend der vorhandenen bzw. der zugedachten Nutzungen überwiegend Wohnbauflächen (W) gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 1 BauNVO dargestellt. Der Bereich der Museumsmühle wird zur Fläche für Gemeinbedarf gemäß § 5 Abs. 2 Nr. 7 BauNVO und die Bereiche um die landwirtschaftlichen Betriebe im Norden des Plangebietes werden als gemischte Bauflächen (M) gemäß § 1 Abs. 1 Nr. 2 BauNVO ausgewiesen.

3.2        Verkehrliche Erschließung

Die verkehrliche Anbindung des Ortsteiles erfolgt im Süden über die Kreisstraße 83 ('Möhlbarg'), sowie über die innerörtlichen Straßen 'An de Wurth' und 'Goospool'.

Gemäß § 29 des Straßen- und Wegegesetzes v. Schleswig-Holstein dürfen außerhalb der Ortsdurchfahrtsgrenzen Hochbauten jeder Art sowie Aufschüttungen und Abgrabungen größeren Umfangs in einer Entfernung bis zu 15 m von der Kreisstraße 83 nicht errichtet oder vorgenommen werden.

Direkte Zufahrten dürfen zu der freien Strecke der Kreisstraße 83 nicht angelegt werden.

Es ist mit erheblicher Beeinträchtigung der Wohnungsnutzung durch Verkehrslärm und erheblich zunehmendem Verkehrslärm zu rechnen.

3.3        Ver- und Entsorgung

Das Gebiet wird entsprechend des Bedarfes von der Schleswig-Holstein Netz AG mit Gas und Strom versorgt.

Die Wasserversorgung wird über den Wasserbeschaffungsverband Mittelschwansen sichergestellt.

Die Ableitung des Schmutzwassers erfolgt in die örtliche Kläranlange der Gemeinde Rieseby.

Das anfallende Niederschlagswasser wird in den vorhandenen Vorfluter des Wasser- und Bodenverbandes eingeleitet, sofern es nicht auf den Grundstücken versickert werden kann.

Die Müllabfuhr obliegt dem Kreis Rendsburg-Eckernförde und wird von privaten Unternehmen wahrgenommen.

Der Feuerschutz wird in der Gemeinde Rieseby durch die ortsansässige Freiwillige Feuerwehr gewährleistet. Die Löschwasserversorgung ist entsprechend den Vorgaben des Arbeitsblattes W 405 des DVGW für einen Löschwasserbedarf von 48 m³/h (800 l/min) über die Dauer von mindestens zwei Stunden sicherzustellen.

3.4        Denkmalschutz

Im Ortsteil Norby sind zurzeit drei archäologische Denkmale gem. § 2 (2) DSchG bekannt. Dies sind neben der Windmühle 'Anna' auch das ehem. Pastorat (An de Wurth 10) sowie das Gebäude Möhlbarg 15. Zudem befinden sich innerhalb des Plangeltungsbereichs Flächen, die als archäologisches Interessensgebiet ausgewiesen wurden. Hier ist mit hoher Wahrscheinlichkeit mit archäologischen Denkmalen zu rechnen.

Gemäß § 15 DSchG gilt: Wer Kulturdenkmale entdeckt oder findet, hat dies unverzüglich unmittelbar oder über die Gemeinde der oberen Denkmalschutzbehörde mitzuteilen. Die Verpflichtung besteht ferner für die Eigentümerin oder den Eigentümer und die Besitzerin oder den Besitzer des Grundstücks oder des Gewässers, auf oder in dem der Fundort liegt, und für den Leiter der Arbeiten, die zur Entdeckung oder zu dem Fund geführt haben. Die Mitteilung einer oder eines der Verpflichteten befreit die übrigen. Die nach Satz 2 Verpflichteten haben das Kulturdenkmal und die Fundstätte in unverändertem Zustand zu erhalten, soweit es ohne erhebliche Nachteile oder Aufwendungen von Kosten geschehen kann. Diese Verpflichtung erlischt spätestens nach Ablauf von vier Wochen seit der Mitteilung.

Archäologische Kulturdenkmale sind nicht nur Funde, sondern auch dingliche Zeugnisse wie Veränderungen und Verfärbungen in der natürlichen Bodenbeschaffenheit.

3.5        Umweltbericht

Zur 10. Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Rieseby wird eine Umweltprüfung nach § 2 Abs. 4 BauGB durchgeführt. In ihr werden die Belange des Umweltschutzes nach § 1 Abs. 6 Nr. 7 BauGB und nach § 1a BauGB die voraussichtlichen erheblichen Umweltauswirkungen der Planung ermittelt und in einem Umweltbericht (siehe Teil B der Begründung) beschrieben und bewertet.

3.6        Auswirkungen auf Natur und Landschaft

Im Rahmen der 10. Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Rieseby sind die Belange des Umweltschutzes durch eine Darstellung der Eingriffe in Natur und Landschaft ergänzt. Die im Umweltbericht enthaltene Eingriffsregelung für die Eingriffe in Natur und Landschaft ermittelt den Ausgleich, der durch den Eingriff in das Schutzgut Boden ausgelöst wird.

3.7        Sonstige Hinweise

Das Plangebiet grenzt an landwirtschaftliche Flächen an. Die aus einer ordnungsgemäßen landwirtschaftlichen Nutzung resultierenden Immissionen (Lärm, Staub und Gerüche) können zeitlich begrenzt auf das Plangebiet einwirken.