Planungs­dokumente: Gemeinde Travenbrück, Bebauungsplan Nr. 12

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Inhaltsverzeichnis

Begründung

2. Anlass und Ziele

Anlass für die Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 12 ist das Ziel der Gemeinde Travenbrück, weitere Wohnbauflächen zur Verfügung zu stellen, da es in der Gemeinde eine rege Nachfrage nach Wohnraum gibt. Zwar wird im Ortsteil Sühlen zeitnah das Wohngebiet des Bebauungsplanes Nr. 9 erschlossen, jedoch besteht eine größere Nachfrage insbesondere im Ortsteil Tralau, die durch das Baugebiet in Sühlen allein nicht gedeckt werden kann. In den weiteren vorhandenen Baugebieten sowie im Innenbereich stehen auch kaum noch Wohnbaugrundstücke zur Verfügung.

Als Grundlage für die zukünftige Gemeindeentwicklung wurden ein Baulückenkataster (2015)1 und ein Ortsentwicklungskonzept (2017)2 erarbeitet. Im Rahmen des Baulückenkatasters wurden mehrere Flächen für eine mögliche Siedlungsentwicklung herausgearbeitet, unter anderem die landwirtschaftliche Fläche, die den Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 12 umfasst.

Das Ortsentwicklungskonzept setzt eine wohnbauliche Entwicklung im Ortsteil Tralau als Priorität 2 fest und weist zwei mögliche Siedlungserweiterungsflächen im nördlichen Bereich des Ortsteils aus. Zudem soll der Ortsteil durch die Erneuerung des Gemeinschaftshauses als Ort des dörflichen Miteinanders gestärkt werden. (Vgl. Abbildung 1)

Derzeit stehen die im Ortsteil Tralau im Baulückenkataster und Ortsentwicklungskonzept beiden ausgewiesenen Flächen für die Siedlungserweiterungen (W2.1 und W2.2) aus Eigentumsgründen nicht zur Verfügung und die seinerzeitigen Zielsetzungen bzgl. der Entwicklung der Gemeinbedarfseinrichtungen der Gemeinde haben sich geändert.

Deshalb soll die Fläche östlich der Schulstraße und südlich der Oldesloer Straße unter Berücksichtigung der Anforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten der angrenzenden Gemeinbedarfseinrichtungen landschaftsverträglich als sinnvolle Siedlungsarrondierung als Wohnbaufläche zur Verfügung gestellt werden, um den örtlichen Wohnraumbedarf zu decken. In diesem Zusammenhang soll den privaten Grundeigentümern auch eine Nachverdichtung der rückwärtigen Gärten entlang der Schulstraße ermöglicht werden.

Im Rahmen der Aufstellung der 5. Änderung des Flächennutzungsplanes wird die wohnbauliche Entwicklung parallel bauleitplanerisch vorbereitet. Dabei wurde die Verträglichkeit der zukünftigen Wohnnutzung mit den angrenzenden Gemeinbedarfseinrichtungen (Dorfgemeinschaftshaus, Kita, Sportplatz und freiwillige Feuerwehr) anhand einer schalltechnischen Untersuchung (Lairm Consult, 2018) geklärt. Dem Entwurf des Bebauungsplanes ist nun eine schalltechnische Untersuchung als Anlage beigefügt, die Ergebnisse sind in Kapitel 4.7 zusammengefasst.

Abbildung 1: Ortsentwicklungskonzept (2017): Leitbild für den Ortsteil Tralau (ohne Maßstab, A+S)

Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens soll außerdem geprüft werden, ob auch die Entwicklung von dörflichen Mehrfamilienhäusern zum Teil sinnvoll sein kann, da für junge Er-wachsene oder ältere Menschen auch für diese Wohnform ein Bedarf in der Gemeinde be-steht. Das Neubaugebiet soll die bestehende Ortslage in Richtung Südosten sinnvoll abrunden und die Neubauten sollen sich in das vorhandene Ortsbild ortsverträglich einfügen.

Ziel des Bebauungsplanes ist es, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Entwicklung eines dorfgerechten Wohngebietes, einschließlich der wohnbaulichen Nachverdichtung der Grundstücke entlang der Schulstraße, zu schaffen, das überwiegend die Bedarfe der ortsansässigen Bevölkerung abdecken soll. Daneben sind die Anforderungen an den Schallschutz (Berücksichtigung der südlich gelegenen Gemeinbedarfs- und Sportplatzanlagen der Gemeinde) sowie der Oberflächenentwässerung und des Schutzes des angrenzenden Waldes zu beachten.

1 GSP Ingenieurgesellschaft mbH: Baulückenkataster der Gemeinde Travenbrück, 2015

2 Architektur + Stadtplanung: Ortsentwicklungskonzept Gemeinde Travenbrück, 2017

1. Grundlagen

1.1. Rechtsgrundlagen

Die Gemeindevertretung hat in ihrer Sitzung am 10.03.2020 den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 12 gefasst. Der Bebauungsplan wird im Normalverfahren aufgestellt.

Dem Bebauungsplan liegen zugrunde:

  • das Baugesetzbuch (BauGB),
  • die Baunutzungsverordnung (BauNVO) und
  • die Planzeichenverordnung (PlanZV)

in den zum Zeitpunkt des Satzungsbeschlusses geltenden Fassungen.

Als Plangrundlage für den rechtlichen Nachweis der Grundstücke dient der Katasterplan bereitgestellt und ergänzt um topographische Einmessungen vom 03.02.2020 durch den öffentlich bestellten Vermessungsingenieur Karsten Sprick, Ahrensburg.