Planungs­dokumente: 2. Änderung des Flächennutzungsplanes der Gemeinde Lebrade

Begründung

1. Allgemeines

Das Plangebiet liegt im Süden des besiedelten Bereiches des Ortsteils Lebrade und weist eine Größe von ca. 1,3 ha auf. Konkret handelt es sich um das Gebiet südlich 'Lannweg', westlich der Straße 'Am Ehrenmal' sowie der Landstraße 53 (L 53), nördlich und östlich landwirtschaftlich genutzter Flächen.

Der gegenwärtig wirksame Flächennutzungsplan (FNP) aus dem Jahr 2006 stellt das Plangebiet überwiegend als 'Sonstiges Sondergebiet' (SO) mit der Zweckbestimmung 'Senioreneinrichtung' dar. Seinerzeit war auf dieser Fläche die Errichtung einer Senioreneinrichtung geplant. Diese Absicht besteht jedoch seit einigen Jahren nicht mehr. Ein Sondergebiet mit der Zweckbestimmung 'Senioreneinrichtung' entspricht nicht mehr den aktuellen Planungsvorstellungen der Gemeinde. Der südliche Bereich ist im gegenwärtigen Flächennutzungsplan als 'Fläche für die Landwirtschaft' dargestellt. Mit der 2. Änderung des FNP wird die Ausweisung einer 'Wohnbaufläche' (W) im Norden und Westen sowie einer 'Gemeinbedarfsfläche' mit der Zweckbestimmung 'Feuerwehr' im Südosten geplant. Die Gemeinde verfolgt mit der Änderung des Flächennutzungsplanes zum einen das Ziel, dringend benötigte Wohngrundstücke für den örtlichen Bedarf bereitzustellen und zum anderen, den Neubau der gemeindlichen Feuerwehr im Plangebiet zu realisieren. Die Ortswehren Lebrade und Kossau, deren derzeit getrennte Standorte beide erheblichen Sanierungs- und Erweiterungsbedarf aufweisen, sollen zukünftig an dem neuen Standort zusammengeführt werden.

2. Übergeordnete Planungsvorgaben

Die Gemeinde Lebrade hat keine zentralörtliche Funktion und ist nach der 'Landesverordnung zur Festlegung der zentralen Orte und Stadtrandkerne' vom 05. September 2019 dem Nahbereich der Stadt Plön zugeordnet, die gemäß § 3 ein Unterzentrum mit Teilfunktionen eines Mittelzentrums darstellt.

Die Ziele, Grundsätze und sonstigen Erfordernisse der Raumordnung ergeben sich aus dem am 04. Oktober 2010 in Kraft getretenen Landesentwicklungsplan Schleswig-Holstein vom 13. Juli 2010 (LEP 2010; Amtsbl. Schl.-H., S. 719) und dem Regionalplan für den Planungsraum III (alt), Fortschreibung 2000.

Ziffer 1.4 LEP führt aus: "Fast 80 % der Gesamtfläche Schleswig-Holsteins sind ländliche Räume. [...] Die ländlichen Räume sollen als eigenständige, gleichwertige und zukunftsfähige Lebensräume gestärkt werden. Die Rahmenbedingungen für die wirtschaftliche Entwicklung sollen verbessert werden. Die Bedeutung der ländlichen Räume als Natur- und Erholungsräume soll nachhaltig gesichert werden. Der Vielfalt und Unterschiedlichkeit der ländlichen Räume sollen teilräumliche Strategien und Entwicklungskonzepte Rechnung tragen, die endogene Potenziale nutzen."

Für die wohnbauliche Entwicklung ist zu berücksichtigen, dass der Gemeinde Lebrade gemäß dem Landesentwicklungsplan (LEP) keine zentralörtliche Funktion zugewiesen ist. Daher gilt, dass bezogen auf den Wohnungsbestand vom 31. Dezember 2009, neue Wohnungen im Umfang von bis zu 10 Prozent errichtet werden dürfen (vgl. Kap. 2.5.2 LEP).

Am 27. November 2018 wurde der Entwurf zur Fortschreibung des Landesentwicklungsplanes beschlossen. Als Sofortmaßnahme, um der hohen Nachfrage nach Wohnraum zu begegnen, wurde mit Offenlegung des Planentwurfes der wohnbauliche Entwicklungsrahmen aktualisiert. In Gemeinden, die keine Schwerpunkte für den Wohnungsbau sind, wie die Gemeinde Lebrade, können, bezogen auf ihren höheren Wohnungsbestand am 31. Dezember 2017, wieder 10 % neue Wohnungen gebaut werden. Das Kontingent des Wohnbauentwicklungs-rahmens wurde damit wieder auf null gesetzt.

Zudem befindet sich die Gemeinde Lebrade nach dem LEP in einem 'Vorbehaltsraum für Natur- und Landschaft' sowie in einem 'Entwicklungsraum für Tourismus und Erholung'. Lebrade liegt darüber hinaus im 'Naturpark Schleswig-Holsteinische Schweiz'.

Nach dem Regionalplan befindet sich das Plangebiet innerhalb eines von Bönebüttel bis zur Ostsee reichenden 'Gebietes mit besonderer Bedeutung für Tourismus und Erholung'. Zudem sind innerhalb des Gemeindegebietes 'Naturschutzgebiete' und 'Gebiete mit besonderer Bedeutung für den Abbau oberflächennaher Rohstoffe' dargestellt.

Innenbereichspotenzialanalyse

In § 1 Abs. 5 Satz 3 BauGB wird geregelt, dass die "städtebauliche Entwicklung vorrangig durch Maßnahmen der Innenentwicklung erfolgen" soll. Vor diesem Hintergrund lässt die Gemeinde gegenwärtig für die Ortsteile Lebrade und Kossau die Potenzialflächen für die Innenentwicklung ermitteln, um aufzuzeigen, dass die kleinteiligen Innenbereichspotenziale den Bedarf an dringend benötigten Wohnraum für den örtlichen Bedarf nicht befriedigen können. Um den ermittelten Bedarf an Wohneinheiten decken zu können, müssen neben den Wohnbaupotenzialen innerhalb des bebauten Raumes neue Wohnangebote auch im Außenbereich geschaffen werden. Aus diesem Grund hat sich die Gemeinde dazu entschlossen, dem dringend benötigten Bedarf an Wohngrundstücken für den örtlichen Bedarf mit der Ausweisung eines Wohngebietes für voraussichtlich 9 Baugrundstücke zu begegnen. Gleichzeitig sollen der Neubau der örtlichen Feuerwache realisiert werden. Großräumig betrachtet handelt es sich um eine Arrondierung der Siedlungsstruktur.

3. Vorhandene und geplante Nutzungen

Zurzeit wird das Plangebiet im Norden von Grünland- und Gartenflächen mit z. T. randlichen kleineren Gehölzstrukturen eingenommen Im Süden des Plangebietes befindet sich eine intensiv genutzte Ackerfläche, die im Osten durch eine Baumreihe begrenzt wird. Nördlich und nordöstlich schließt überwiegend Wohnbebauung an das Plangebiet an. Diese wird überwiegend von lockerer Einfamilienhausbebauung mit zugehörigen Hausgärten dominiert. Westlich, südlich und östlich des Plangebietes befinden sich landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Der gegenwärtig wirksame Flächennutzungsplan (FNP) aus dem Jahr 2006 stellt das Plangebiet überwiegend als 'Sonstiges Sondergebiet' (SO) mit der Zweckbestimmung 'Senioreneinrichtung' dar. Der südliche Bereich ist im gegenwärtigen Flächennutzungsplan als 'Fläche für die Landwirtschaft' dargestellt. Mit der 2. Änderung des Flächennutzungsplanes wird die Ausweisung einer 'Wohnbaufläche' (W) sowie einer 'Gemeinbedarfsfläche' mit der Zweckbestimmung 'Feuerwehr' im Südosten geplant. Die konkrete Ausgestaltung des Plangebietes bleibt der verbindlichen Bauleitplanung vorbehalten, die der vorbereitenden Bauleitplanung folgen soll.

Die Änderung des Flächennutzungsplanes erfolgt vor dem Hintergrund, dringend benötigten Wohnraum für den örtlichen Bedarf bereitzustellen. Im Ort bestehen zurzeit keine Möglichkeiten, Baulandreserven bzw. Innenentwicklungspotentiale zeitnah zu aktivieren. Die wachsende Nachfrage nach Wohngrundstücken kann durch die kleinteiligen Innenentwicklungspotenziale nicht befriedigt werden. Insgesamt sollen ca. 9 Baugrundstücke im Plangebiet zur Verfügung gestellt werden.

Neben der Schaffung von dringend genötigtem Wohnraum für den örtlichen Bedarf ist der Neubau der örtlichen Gemeindewehr der zweite Anlass der hiesigen Planung. Gegenwärtig werden in den Ortsteilen Kossau und Lebrade zwei getrennte Ortswehren unterhalten. An beiden Standorten sind erhebliche bauliche Maßnahmen notwendig, um den aktuellen Sicherheitsanforderungen gerecht zu werden. Aufgrund der damit verbundenen hohen finanziellen Auswirkungen wurde sich dazu entschieden, eine Gemeindewehr für beide Ortsteile im Plangebiet neu zu errichten.