Planungsdokumente: 3. (vereinfachte) Änderung des B-Planes Nr. 1 der Stadt Arnis für das "Sondergebiet Werften" zur Überschreitung der südlichen Baugrenze

Begründung

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Lage und Umfang des Plangebietes

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 1 umfasst den südöstlichen Bereich der Stadt Arnis an der Schlei. Von dieser Planänderung betroffen ist das Allgemeine Wohngebiet an der Parkstraße (Flurstück 62/1 / Parkstraße 115) mit einer Größe von ca. 275 m².

Geltungsbereich

Die 1. Änderung zum Bebauungsplan Nr. 1 bezog sich auf ein Teilgebiet der Werft im Südosten des B-Plan Nr. 1. Die 2. Änderung wurde begonnen und umfasst ebenfalls einen Teil des Sondergebietes Werft, konnte aber bislang nicht abgeschlossen werden.

Planungsziel und Planungserfordernis

Die Bebauung östlich der Parkstraße ist im rechtskräftigen Bebauungsplan Nr. 1 als Allgemeines Wohngebiet (WA) festgesetzt. Entlang der Parkstraße ist die vorhandene Bauflucht durch die festgesetzte Baulinie gesichert. Die östlich gelegenen rückwärtigen Grundstücksflächen sollen von Hauptbaukörpern freigehalten werden. Dementsprechend sind die Baufenster eng um den Gebäudebestand gezogen. Der südliche Bereich des Flurstücks 62/1 (Parkstraße 115) ist als private Grünfläche festgesetzt.

An dem vorhandenen Gebäude Parkstraße 115 wurde an der südlichen Fassade eine Balkonanlage errichtet. Da die südliche Baugrenze unmittelbar an dem bestehenden Gebäude verläuft, wird diese durch die Balkonanlage überschritten.1

Ein Abgleich des Bauvorhabens mit den Festsetzungen des B-Planes ergibt folgendes Bild:

Festsetzung B-Plan Bauvorhaben (gemäß Bauantrag)Bewertung
überbaubare Grundstücksfläche Baugrenze wurde durch Wintergarten ca. 3,30 m/ wird durch Balkon um ca. 1,55 m überschritten Zulässigkeit der Überschreitung der Baugrenze erforderlich
GR 130 m²GR ca. 165 m² (für Bestandsgebäude, Nebengebäude und Balkon/ ehemals Wintergarten) Anpassung GR erforderlich

Um das Vorhaben in der beabsichtigten Form umsetzen zu können, ist eine Änderung des B-Planes für die überbaubare Grundstücksfläche sowie der Größe der Grundfläche erforderlich.

Bereits zur Zeit der Neuaufstellung des Bebauungsplanes Nr. 1 bestand außerhalb der Baugrenze der im Jahr 1961 genehmigte Wintergarten. Dieser fand bei der Planung keine Berücksichtigung – weder hinsichtlich der überbaubaren Grundstücksfläche noch der Höhe der auszuweisenden Grundfläche (GR). Dieser Fehler soll nun durch die Änderung des Bebauungsplanes korrigiert werden.

Durch die Planänderung ist die dem Bebauungsplan zugrundeliegende städtebauliche Konzeption in ihren Grundzügen nicht berührt. Es werden offensichtlich weder UVP-pflichtige Vorhaben damit begründet noch sind Natura 2000-Gebiete betroffen. Damit sind die Voraussetzungen für die Aufstellung der Bebauungsplanänderung im vereinfachten Verfahren nach § 13 Baugesetzbuch (BauGB) gegeben.

Inhalte der Planung

Entsprechend der o.g. Zielsetzung wird für den Bereich des Flurstücks 62/1 durch textliche Festsetzung folgende Änderung vorgenommen:

  • die bislang max. zulässige Grundfläche von 130 m² gestrichen und durch die fortan max. zulässige Grundfläche von 165 m² ersetzt (siehe Ziffer 1. der Satzung) sowie
  • eine Überschreitung des im Ursprungsplan eng um das Hauptgebäude gezogenen Baufensters in Richtung Süden um max. 3,30 m nach Süden für untergeordnete Bauteile wie Terrassen, Balkone, Wintergärten zugelassen.

Bezogen auf den überplanten Teil des Baugebiets (WA) ergibt sich damit eine Gesamt-GRZ (incl. Nebenanlagen) von 0,6.

Bezogen auf das gesamte Grundstück mit Grünfläche beträgt die Gesamt-GRZ (incl. Nebenanlagen) 0,47.

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