Planungs­dokumente: Bebauungsplan Nr. 22 "Südlich der Dorfstraße" der Gemeinde Rieseby für ein Gebiet südlich der Dorfstraße und nördlich der Straße Bargkoppel

Begründung

2 Ziel und Zweck der Planung

Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 22 möchte die Gemeinde Rieseby in dem ca. 5.880 m² großen Plangebiet die planungsrechtlichen Voraussetzungen zum Neubau von bis zu fünf Wohngebäuden im unmittelbaren Ortszentrum schaffen.

Im Norden des Planbereiches ist derzeit ein noch bewohntes, zweigeschossiges Mehrfamilienhaus mit einer Bäckereifiliale im Erdgeschoss vorhanden. Dieses Wohngebäude soll im Zuge der Umsetzung dieser Planung abgerissen und durch ein ähnliches Gebäude in moderner Bauweise ersetzt werden. Die zurückliegenden Grundstücksbereiche wurden früher als Kiesabbaufläche und später als kleine Tannenbaumkultur genutzt. Vor über 10 Jahren wurde diese Nutzung aufgegeben, seit dem liegt die Fläche brach.

Um nun diese ungenutzte Freifläche im Innenbereich städtebaulich sinnvoll zu nutzen, sollen im Plangebiet 6 Wohngebäude mit insgesamt ca. 27 Wohnungen errichtet werden. Ziel ist es, in der Ortsmitte ausreichend Wohnraum anbieten zu können. Die Wohnungen sollen hierbei überwiegend die bestehende Nachfrage durch "junge Senioren" (Altersgruppe ab 60 Jahren) decken, die aus größeren Wohnungen oder Häusern mit großen Gärten in eine kleiner, zentral gelegene Wohnanlage umziehen möchten. Die Lage im Zentrum ermöglicht den zukünftigen Bewohnern die fußläufige Erreichbarkeit von Bahnhof, Fleischerei, Bäcker, Apotheke und Arzt und kann so neben den o.g. Senioren auch für alle übrigen Altersgruppen attraktiven Wohnraum bereitstellen.

Das Plangebiet soll hierbei durch die zentral verlaufende Erschließungsstraße, die im Norden an die Dorfstraße anschließt, gegliedert werden. Im Osten sollen drei Wohngebäude mit jeweils 8 Wohneinheiten entstehen, also insgesamt 24 Wohnungen. Die restlichen 3 Wohnungen werden im Westen für den Bau von 3 klassischen Einzelhäusern in Bungalow-Bauweise vorgesehen, sodass neben kleinteiligem Wohnraum im Osten hier auch ebenerdiges Wohnen auf etwas größeren Wohnflächen und in separaten Gebäuden möglich wird. So kann das Angebot breiter gefächert werden und wird der aktuellen Nachfrage nach Wohnungen und Einfamilienhäusern gleichermaßen gerecht.

Die Gemeinde ist bestrebt, die derzeitige Lücke innerhalb des baulichen Bestandes im Ortszentrum zu schließen, die vorhandene Bebauung an dieser Stelle in angemessenem Umfang zu ergänzen und gleichzeitig diesen zentralen Bereich neu zu gestalten. Um eine Wiederaufnahme der Nutzung des südlichen Grundstückteiles zu ermöglichen und somit das brachliegende Grundstück durch moderne Bauformen zu gestalten, hat sich die Gemeinde entschieden, den Bebauungsplan Nr. 22 aufzustellen. Hiermit kommt die Gemeinde dem Grundsatz zur Stärkung der Innenentwicklung nach. Durch die vorliegende Planung nutzt die Gemeinde die Möglichkeit, diesen zentralen Bereich der Ortslage neu zu gestalten. Das geplante Vorhaben stellt eine sinnvolle Nachnutzung im Ortskern dar. Im Innenbereich der Ortslage Rieseby stehen derzeit keine alternativen Flächen für eine kleinteilige Wohnbebauung in der vorgesehenen Form zur Verfügung. Somit deckt die Planung einen Teil der großen Nachfrage nach Wohnungen in der Gemeinde Rieseby.

Planungsziele sind neben der Schaffung von Wohnraum für barrierefreies, generationenübergreifendes Wohnen, auch die Verbesserung der städtebaulichen Situation im Zentrum der Ortslage.

Für das Vorhaben liegt der Gemeinde bereits ein konkretes Planungskonzept vor.

Die Planung entspricht aus Sicht der Gemeinde den in Ziffer 2.5.2 LEP 2010 dargelegten Grundsätzen 'Innenentwicklung vor Außenentwicklung' und vermeidet die zusätzliche Inanspruchnahme von Freiflächen im Außenbereich. Insofern besteht ein öffentliches Interesse an der Umsetzung der vorliegenden Planung.

Die Planung entspricht aus Sicht der Gemeinde weiterhin den in Ziffer 3.6 des Entwurfs zur Fortschreibung des LEP (2018) dargelegten Grundsätzen, wonach für eine bedarfsgerechte Wohnungsversorgung vorrangig Maßnahmen der Innenentwicklung durchgeführt werden sollen.

3 Planinhalt und Festsetzungen

3.1 Art der baulichen Nutzung

Die Bauflächen werden entsprechend der zugedachten Nutzung gemäß § 4 BauNVO als Allgemeines Wohngebiet (WA) festgesetzt. Diese Festsetzung erfolgt vor dem Hintergrund der unter Kapitel 2 angestrebten Bebauung sowie der vorhandenen Umgebung.